Erster Hauptsatz: Energie, Wärme und Arbeit
Der 1. Hauptsatz bilanziert die innere Energie eines Systems aus Wärme und Arbeit, die spezifische Wärmekapazität sagt, wie viel Wärme ein Stoff zum Erwärmen braucht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der 1. Hauptsatz ist der Energieerhaltungssatz: Für geschlossene Systeme gilt \(\Delta U = Q + W\).
- Ins System fließende Wärme und Arbeit zählen positiv, bei Expansion gilt \(W = -p\,\Delta V\).
- Die innere Energie ist nur im isolierten System konstant (\(\Delta U = 0\)), die Enthalpieänderung entspricht der Wärme bei konstantem Druck.
- Wasser hat eine spezifische Wärmekapazität von etwa 4,18 J/(g·K) = 4190 J/(kg·K) = 1 cal/(g·K).
- Eine Kalorie erwärmt 1 g Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C und entspricht etwa 4,18 J; Wärmekapazitäten bestimmt man kalorimetrisch.
Worum es geht
Der 1. Hauptsatz ist der Energieerhaltungssatz der Thermodynamik. Er bildet die Grundlage für jede Energiebilanz chemischer Reaktionen. Mit der Wärmekapazität von Wasser rechnet man jede Erwärmung, vom Wasserbad bis zur Kalorimetrie.
Innere Energie, Wärme und Arbeit
Nach dem 1. Hauptsatz geht Energie nicht verloren und entsteht nicht aus nichts. Sie wechselt nur ihre Form. Die innere Energie \(U\) ist die gesamte Energie in einem System, etwa als Teilchenbewegung und Bindungsenergie. Sie ist eine Zustandsgröße. Ein geschlossenes System tauscht Energie auf zwei Wegen aus: als Wärme \(Q\) und als Arbeit \(W\), oft auch \(A\) geschrieben.
\[\Delta U = Q + W\]
| Größe | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| \(\Delta U\) | Änderung der inneren Energie | J |
| \(Q\) | mit der Umgebung ausgetauschte Wärme | J |
| \(W\) | mit der Umgebung ausgetauschte Arbeit | J |
Gezählt wird aus Sicht des Systems. Was hineinfließt, ist positiv, was hinausgeht, negativ. Dehnt sich ein Gas gegen den äußeren Druck aus, leistet es Arbeit an der Umgebung: \(W = -p\,\Delta V < 0\). Ein vertauschtes Vorzeichen ist der häufigste Fehler.
Im geschlossenen System ändert sich \(U\) also durch Wärme- und Arbeitsaustausch. Konstant bleibt \(U\) nur im isolierten System. Dort sind \(Q\) und \(W\) null, daher gilt \(\Delta U = 0\).
Reaktionen laufen meist offen an der Luft, also bei konstantem Druck. Dafür nutzt man die Enthalpie \(H = U + pV\). Ihre Änderung entspricht der bei konstantem Druck ausgetauschten Wärme: \(\Delta H = Q_p\). Das Vorzeichen behandelt die Einheit zu exothermen und endothermen Vorgängen.
Wärmekapazität und Kalorie
Die spezifische Wärmekapazität \(c\) gibt an, wie viel Wärme 1 g eines Stoffes um 1 K erwärmt. Die Wärme folgt aus \(Q = m \cdot c \cdot \Delta T\). Doppelte Masse heißt doppelte Wärme. Eine Temperaturdifferenz ist in K und °C gleich groß.
Wasser hat bei 298 K mit etwa 4,18 J/(g·K) einen besonders hohen Wert. Pro Kilogramm sind das rund 4190 J/(kg·K). Ein vergessener Faktor 1000 zwischen g und kg ist ein typischer Fehler. Luft liegt nur bei etwa 1,0 J/(g·K), also rund 1000 J/(kg·K).
Die Kalorie ist über Wasser definiert. 1 cal ist die Wärme, die 1 g Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C erwärmt. Sie entspricht etwa 4,18 J. Wasser hat damit genau 1 cal/(g·K).
So rechnet man eine Erwärmung durch:
- Gegeben: 250 g Wasser werden von 20 °C auf 80 °C erwärmt, also \(\Delta T = 60\,\mathrm{K}\).
- Einsetzen: \(Q = 250\,\mathrm{g} \cdot 4{,}18\,\mathrm{J/(g \cdot K)} \cdot 60\,\mathrm{K} = 62\,700\,\mathrm{J}\).
- Umrechnen: \(62\,700\,\mathrm{J} : 4{,}18\,\mathrm{J/cal} = 15\,000\,\mathrm{cal} = 15\,\mathrm{kcal}\).
Wärmekapazitäten misst man im Kalorimeter. Beim Mischungskalorimeter taucht man eine heiße Probe in eine bekannte Menge Wasser. Die Probe gibt so viel Wärme ab, wie das Wasser aufnimmt. Aus den Temperaturänderungen und \(c\) von Wasser folgt \(c\) der Probe.
Quiz
Aussage 1
Eine Kalorie ist die Wärme, die 1 g Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C erwärmt, und entspricht etwa 4,18 J.
So ist die Kalorie über Wasser definiert. Deshalb hat Wasser die Wärmekapazität 1 cal/(g·K).
Aussage 2
In einem geschlossenen System bleibt die innere Energie immer konstant.
Ein geschlossenes System tauscht Wärme und Arbeit mit der Umgebung aus, daher ändert sich \(U\). Konstant ist \(U\) nur im isolierten System.
Aussage 3
Um 1 kg Wasser um 1 K zu erwärmen, braucht man etwa 4,18 J.
4,18 J erwärmen nur 1 g Wasser um 1 K. Für 1 kg braucht man rund 4190 J.
Fehler entdeckt oder eine Idee? Wir verbessern die Inhalte laufend. Melde es uns gerne über dieses Formular ❤️
Teile der Inhalte wurden mithilfe von KI-Systemen erstellt und werden fortlaufend redaktionell geprüft. Trotz Sorgfalt können Fehler enthalten sein. Wichtige Informationen bitte anhand offizieller Quellen prüfen. Relaxed ins Stex ist ein unabhängiges Angebot und steht in keiner Kooperation mit dem IMPP. Das Angebot ist weder vom IMPP autorisiert noch mit diesem verbunden.