Atomemission (OES/AES)

Spektralanalyse und Flammenfärbung

Wie die Atomemission Elemente qualitativ und quantitativ erfasst und wie man Alkali- und Erdalkalimetalle an ihrer Flammenfarbe erkennt, auch Kalium neben Natrium.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Die Spektralanalyse ist ein emissionsspektroskopisches Verfahren, das Elemente qualitativ an der Wellenlänge ihrer Emissionslinien erkennt.
  • Die AES ist qualitativ über die Linienlage und quantitativ über die Linienintensität einsetzbar.
  • Alkali- und einige Erdalkalimetalle lassen sich schon in der Bunsenflamme anregen: Natrium gelb (589 nm), Kalium violett, Lithium karminrot, Calcium ziegelrot.
  • Gelbe Flammenfärbung zeigt nur Natrium an, unabhängig vom Anion, und überdeckt die Kaliumfärbung.
  • Kobaltglas absorbiert das Natriumgelb und macht die violette Kaliumfärbung sichtbar, ohne die Flamme selbst zu verändern.

Dieses Kapitel ist für Supporter

Relaxed ins Stex ist ein kleines, unabhängiges Projekt. Mit einem Zugang unterstützt du uns und schaltest das ganze 1. Staatsexamen frei. ❤️

Zugang freischalten

Bitte bestätige zuerst deine E-Mail-Adresse

Wir haben dir einen Link geschickt. Erst mit bestätigter E-Mail-Adresse kannst du einen Zugang freischalten und nutzen.

Zum Konto

Worum es geht

Viele Metallionen verraten sich durch das Licht, das ihre Atome in einer heißen Flamme aussenden. Daraus entstehen ein einfacher Nachweis mit dem Auge und ein Messverfahren für Gehalte, etwa für Natrium und Kalium in Infusionslösungen.

Qualitative und quantitative AES

Die Atomemissionsspektroskopie (AES) nutzt das Licht thermisch angeregter Atome. Wie die Linien entstehen, erklärt die Seite Thermische Anregung von Atomen und Linienspektren. Für die Analytik zählen zwei Eigenschaften dieser Linien: ihre Lage und ihre Intensität.

Die Spektralanalyse zerlegt das emittierte Licht, etwa mit dem Handspektroskop, und ordnet die Linien nach ihrer Wellenlänge. Jedes Element hat ein eigenes Linienmuster wie einen Fingerabdruck. Die Spektralanalyse ist also ein emissionsspektroskopisches Verfahren und liefert qualitative Information: Welches Element ist da?

Misst man dagegen die Intensität einer Linie, wird die AES quantitativ. Die Helligkeit wächst mit der Zahl emittierender Atome und damit mit der Konzentration. Das nutzt die Flammenphotometrie, beschrieben unter quantitative Bestimmungen mit AES.

🎯 Examensrelevant: AES qualitativ und quantitativ

Die AES eignet sich für beide Zwecke: Die Wellenlänge identifiziert das Element, die Intensität bestimmt seinen Gehalt. Die Spektralanalyse im engeren Sinn ist ein Emissionsverfahren mit qualitativem Ergebnis.

Flammenfärbung

Die Flammenfärbung ist die einfachste Form der Atomemission. Alkalimetalle und einige Erdalkalimetalle haben so niedrige Anregungsenergien, dass schon die Bunsenbrennerflamme genügt. Das Auge sieht dann die Mischfarbe ihrer sichtbaren Linien. Als Vorprobe in der Kationenanalyse ist sie unter Flammenfärbung als Vorprobe beschrieben.

Element Flammenfarbe Wichtige Linien
Natrium gelb 589 nm
Kalium violett 404 nm und 766 nm
Lithium karminrot 671 nm
Calcium ziegelrot Banden um 620 nm

Spektrumsband mit farbigen Linien für Natrium, Kalium, Lithium und Calcium an ihren Wellenlängen.

Lage der wichtigsten Emissionslinien von Na, K, Li und Ca im sichtbaren Spektrum.

Die Natriumlinie bei 589 nm gehört allein dem Natrium. Kalium misst man an seinen eigenen Linien, etwa bei 766 nm. Weil die Atome emittieren, spielt das Anion keine Rolle. Gelb zeigt also nur Natrium an und unterscheidet Natriumchlorid nicht von Natriumcarbonat. Natriumgelb ist zudem sehr intensiv und überdeckt die schwache violette Kaliumfärbung schon bei Spuren von Natrium.

Kaliumnachweis mit Kobaltglas

Fast jede Probe enthält Spuren von Natrium. Will man Kalium sehen, muss das gelbe Licht weg. Dazu blickt man durch eine blaue Glasscheibe.

📖 Definition: Kobaltglas

Kobaltglas ist ein mit Cobaltoxid blau gefärbtes Glas. Es absorbiert das gelbe Natriumlicht bei 589 nm und lässt die Kaliumstrahlung bei 404 und 766 nm durch.

Durch das Glas erscheint die Kaliumflamme violett bis rotviolett, auch wenn sie ohne Filter gelb wirkt. Das Glas sitzt zwischen Flamme und Auge und wirkt nur als optisches Filter. Flammentemperatur und Stabilität der Flamme bleiben deshalb unverändert.

Schema mit Flamme, blauer Glasscheibe und Auge; gelber Strahl endet an der Scheibe, violetter und roter Strahl gehen hindurch.

Kobaltglas als Filter: Natriumgelb wird absorbiert, Kaliumlicht gelangt zum Auge.

Quiz

Teste dich mit 3 Karten
richtig oder falsch iWarum nur Aussagen? Fragen mit fünf Antworten löst man am sichersten, indem man jede Aussage einzeln bewertet: ✓✓ sicher richtig, ✓ eher richtig, 0 unsicher, ✗ eher falsch, ✗✗ sicher falsch. Mit dem Ausschlussprinzip ergibt sich daraus die Lösung. Dieses einzelne Bewerten ist der wichtigste Handgriff fürs Examen, und genau den übst du hier.

Aussage 1

Kobaltglas erhöht die Flammentemperatur und macht dadurch die violette Kaliumfärbung sichtbar.

Kobaltglas wirkt nur als Filter zwischen Flamme und Auge. Es absorbiert das gelbe Natriumlicht bei 589 nm, die Flamme bleibt unverändert.

Aussage 2

Eine gelbe Flammenfärbung erlaubt nicht, Natriumchlorid von Natriumcarbonat zu unterscheiden.

Die Färbung stammt von den Natriumatomen. Das Anion beeinflusst die Farbe nicht.

Aussage 3

Die Atomemissionsspektroskopie liefert nur qualitative Ergebnisse, für Gehaltsbestimmungen ist sie ungeeignet.

Die AES ist qualitativ über die Wellenlänge und quantitativ über die Linienintensität nutzbar, etwa in der Flammenphotometrie.

Fehler entdeckt oder eine Idee? Wir verbessern die Inhalte laufend. Melde es uns gerne über dieses Formular ❤️

Teile der Inhalte wurden mithilfe von KI-Systemen erstellt und werden fortlaufend redaktionell geprüft. Trotz Sorgfalt können Fehler enthalten sein. Wichtige Informationen bitte anhand offizieller Quellen prüfen. Relaxed ins Stex ist ein unabhängiges Angebot und steht in keiner Kooperation mit dem IMPP. Das Angebot ist weder vom IMPP autorisiert noch mit diesem verbunden.

Zurück nach oben