Grundlagen
Wie man einen gelösten Stoff über die Masse eines definierten Niederschlags bestimmt und aus der Auswaage den Gehalt berechnet.
Die Gravimetrie ist das wohl direkteste Verfahren der quantitativen Analytik: Der Analyt wird aus der Lösung als schwerlöslicher Niederschlag abgetrennt und am Ende schlicht gewogen. Ein klassisches Beispiel ist Sulfat, das mit Bariumionen als \(\ce{BaSO4}\) ausfällt. Weil das Ergebnis allein auf einer Wägung und der bekannten Zusammensetzung des Niederschlags beruht und keine Kalibrierung braucht, zählt die Gravimetrie neben der Maßanalyse zu den klassischen Absolutverfahren.
Der rote Faden folgt dem Weg des Analyten durch das Labor. Aus der Lösung entsteht zunächst eine Fällungsform, die abgetrennt, gewaschen und getrocknet oder geglüht wird, bis eine Wägeform mit exakt bekannter Stöchiometrie vorliegt. Fällungsform und Wägeform sind dabei nicht immer derselbe Stoff, und genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob eine Bestimmung zuverlässig wird. Aus der Auswaage führt dann der gravimetrische Faktor rechnerisch zurück zur gesuchten Masse des Analyten und damit zum Gehalt.
Mit diesem Rüstzeug lassen sich die konkreten gravimetrischen Bestimmungen des Arzneibuchs im folgenden Unterthema nachvollziehen, vom Trocknungsverlust bis zur Sulfatasche.
Die Grundoperationen einer gravimetrischen Bestimmung, die Anforderungen an Fällungs- und …
Gravimetrischer Arbeitsablauf: Fällungsform und WägeformWie man den gravimetrischen Faktor aus Atom- und Molekülmassen aufstellt …
Gravimetrischer Faktor und Gehaltsberechnung