Allgemeines

Titrationskurven der Komplexometrie

Wie sich die freie Metallionenkonzentration bei der Titration mit EDTA entlang der Kurve ändert und wie man sie bei τ = 0,5, τ = 1 und τ = 2 abschätzt.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Die komplexometrische Titrationskurve zeigt pM gegen den Titrationsgrad τ bei der 1 : 1-Komplexbildung von Metallionen mit EDTA.
  • Bei τ = 0,5 ergibt sich die Metallionenkonzentration aus der Stöchiometrie und ist weitgehend unabhängig von \(K_B\).
  • Am Äquivalenzpunkt hängt die freie Metallionenkonzentration von der Bildungskonstante ab.
  • Bei τ = 2 sind \([\ce{MY}]\) und \([\ce{Y}]\) gleich, daher gilt \([\ce{M}] \approx K_D\) bzw. pM = lg \(K_B\).
  • Der pH-Wert beeinflusst die Kurve, weil Protonen mit dem Metall um EDTA konkurrieren.

Dieses Kapitel ist für Supporter

Relaxed ins Stex ist ein kleines, unabhängiges Projekt. Mit einem Zugang unterstützt du uns und schaltest das ganze 1. Staatsexamen frei. ❤️

Zugang freischalten

Bitte bestätige zuerst deine E-Mail-Adresse

Wir haben dir einen Link geschickt. Erst mit bestätigter E-Mail-Adresse kannst du einen Zugang freischalten und nutzen.

Zum Konto

Worum es geht

Bei der komplexometrischen Titration bindet EDTA Metallionen wie \(\ce{Mg^2+}\) oder \(\ce{Cu^2+}\) im Verhältnis 1 : 1. Die Titrationskurve zeigt, wie viel Metall noch frei ist. Daraus folgt, ob ein Metall scharf titrierbar ist und wo der Indikator umschlagen muss.

Prinzip der Komplexometriekurve

Man trägt pM \(= -\lg[\ce{M}]\) gegen den Titrationsgrad τ auf. Vor dem Äquivalenzpunkt liegt Metall im Überschuss vor. Am Äquivalenzpunkt stammt freies Metall nur aus dem Zerfall des Komplexes MY. Danach ist freies EDTA (Y) im Überschuss.

Die Kenngröße ist die Bildungskonstante \(K_B\). Ihr Kehrwert ist die Dissoziationskonstante \(K_D = 1/K_B\). Es gilt also \(\mathrm{p}K_D = \lg K_B\).

Schematische S-förmige Kurve mit drei beschrifteten Bereichen: Metallüberschuss, Äquivalenzpunkt, EDTA-Überschuss.

Bereiche einer komplexometrischen Titrationskurve und die jeweils bestimmende Spezies.

Metallionenkonzentration im Kurvenverlauf

Alle drei Punkte folgen aus dem Massenwirkungsgesetz des Komplexes, nach \([\ce{M}]\) umgestellt.

🧮 Formelauswendig können

\[[\ce{M}] = K_D \cdot \frac{[\ce{MY}]}{[\ce{Y}]}\]

\([\ce{M}]\), \([\ce{MY}]\), \([\ce{Y}]\): Konzentrationen von freiem Metall, Komplex und freiem EDTA in mol/L. \(K_D\): Dissoziationskonstante in mol/L.

Bei τ = 0,5 ist die Hälfte des Metalls noch unkomplexiert. \([\ce{M}]\) ergibt sich aus der Stöchiometrie und hängt kaum von \(K_B\) ab. Für \(\ce{Mg^2+}\) und \(\ce{Cu^2+}\) (je 0,010 mol/L) liegt pM bei etwa 2,5.

Am Äquivalenzpunkt (τ = 1) entsteht freies Metall nur durch Dissoziation. Hier bestimmt \(K_B\) die Konzentration. Mit \(\lg K_B\) von 8,7 für Mg-EDTA und 18,8 für Cu-EDTA ergibt sich pM ≈ 5,5 bzw. 10,6.

Bei τ = 2 ist doppelt so viel EDTA zugegeben wie nötig. Komplex und freies EDTA liegen gleich konzentriert vor, der Bruch wird 1. Damit gilt \([\ce{M}] \approx K_D = 1/K_B\). Das ähnelt einem Puffer am Halbäquivalenzpunkt, wo pH = p\(K_S\) gilt. Die Plateaus liegen deshalb bei pM 8,7 für Mg und 18,8 für Cu.

Diagramm mit pM auf der y-Achse und Titrationsgrad auf der x-Achse; zwei Kurven verlaufen bis τ = 1 gemeinsam flach, springen dann unterschiedlich hoch und bilden Plateaus bei pM 8,7 und 18,8.

Komplexometrische Titrationskurven von Mg²⁺ und Cu²⁺ mit EDTA: Vor dem Äquivalenzpunkt gleich, danach bestimmt K_B Sprung und Plateau.

Ein eigenes Beispiel: Bei τ = 1,5 steht \([\ce{MY}] : [\ce{Y}] = 1 : 0{,}5 = 2\). Dann ist \([\ce{Cu^2+}] = 2\,K_D\) und pCu ≈ 18,8 − 0,3 = 18,5.

Auch der pH-Wert verändert die Kurve, etwa bei Kupfer(II) mit Natriumedetat. Protonen konkurrieren mit dem Metall um EDTA. Im Sauren sinkt die wirksame Bildungskonstante, Sprung und Plateau fallen niedriger aus.

Quiz

Teste dich mit 3 Karten
richtig oder falsch iWarum nur Aussagen? Fragen mit fünf Antworten löst man am sichersten, indem man jede Aussage einzeln bewertet: ✓✓ sicher richtig, ✓ eher richtig, 0 unsicher, ✗ eher falsch, ✗✗ sicher falsch. Mit dem Ausschlussprinzip ergibt sich daraus die Lösung. Dieses einzelne Bewerten ist der wichtigste Handgriff fürs Examen, und genau den übst du hier.

Aussage 1

Der pH-Wert hat keinen Einfluss auf den Verlauf der Titrationskurve von Kupfer(II) mit Natriumedetat.

Protonen konkurrieren mit dem Metall um EDTA. Im Sauren sinkt die wirksame Bildungskonstante, Sprung und Plateau werden kleiner.

Aussage 2

Bei τ = 0,5 liegt der pM-Wert für \(\ce{Cu^2+}\) deutlich höher als für \(\ce{Mg^2+}\), weil der Kupferkomplex stabiler ist.

Bei τ = 0,5 bestimmt die Stöchiometrie die Metallionenkonzentration. Beide Kurven liegen gleich bei pM ≈ 2,5, unabhängig von \(K_B\).

Aussage 3

Bei τ = 2 entspricht die Konzentration freier \(\ce{Mg^2+}\)-Ionen ungefähr der Dissoziationskonstante des Mg-EDTA-Komplexes.

Bei τ = 2 sind Komplex und freies EDTA gleich konzentriert, der Bruch im Massenwirkungsgesetz wird 1, also \([\ce{Mg^2+}] \approx K_D\).

Fehler entdeckt oder eine Idee? Wir verbessern die Inhalte laufend. Melde es uns gerne über dieses Formular ❤️

Teile der Inhalte wurden mithilfe von KI-Systemen erstellt und werden fortlaufend redaktionell geprüft. Trotz Sorgfalt können Fehler enthalten sein. Wichtige Informationen bitte anhand offizieller Quellen prüfen. Relaxed ins Stex ist ein unabhängiges Angebot und steht in keiner Kooperation mit dem IMPP. Das Angebot ist weder vom IMPP autorisiert noch mit diesem verbunden.

Zurück nach oben