Anorganische Bestandteile

Kupfer: Amminkomplex und Redoxreaktionen

Kupfer(II) wird über den tiefblauen Tetraamminkomplex und über Redoxreaktionen nachgewiesen, bei denen es zu Kupfer(I) oder zum Metall reduziert wird.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Kupfer(II) weist man über den tiefblauen Amminkomplex und über Redoxreaktionen nach, bei denen es zu Cu(I) oder Cu(0) reduziert wird.
  • Wenig Ammoniak fällt blaues \(\ce{Cu(OH)2}\), im Überschuss entsteht klares, tiefblaues \(\ce{[Cu(NH3)4]^2+}\).
  • Iodid reduziert \(\ce{Cu^2+}\) zu weißem \(\ce{CuI}\), freies \(\ce{I2}\) färbt braun.
  • Mit schwefliger Säure und Thiocyanat fällt weißes \(\ce{CuSCN}\).
  • Überschüssiges \(\ce{KCN}\) entfärbt den Amminkomplex unter Bildung von \(\ce{[Cu(CN)4]^3-}\), Eisen scheidet metallisches Kupfer ab.

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Worum es geht

Kupfer(II)-Ionen erkennt man an der Farbe ihrer Komplexe und an ihrer Oxidationswirkung. Beides nutzt die Identitätsprüfung kupferhaltiger Arzneistoffe wie Kupfersulfat.

Nachweis Reagenz und Bedingungen Beobachtung
Amminkomplex verdünnter \(\ce{NH3}\), erst tropfenweise, dann im Überschuss blauer Niederschlag, dann klare tiefblaue Lösung
Iodid \(\ce{KI}\)-Lösung weißes \(\ce{CuI}\), durch \(\ce{I2}\) braun gefärbt
Thiocyanat \(\ce{SCN-}\) mit schwefliger Säure weißer Niederschlag von \(\ce{CuSCN}\)
Cyanid überschüssiges \(\ce{KCN}\) in ammoniakalischer Lösung tiefblaue Lösung wird farblos
Eisen blanker Eisennagel in saurer Lösung rotbrauner Kupferbelag

Kupfer(II) und Ammoniak

Ammoniak wirkt zuerst als Base und dann als Ligand. Das allgemeine Prinzip steht bei den Amminkomplexen.

Tropft man verdünnten Ammoniak zu einer \(\ce{Cu^2+}\)-Lösung, fällt blaues \(\ce{Cu(OH)2}\) aus:

\[\ce{Cu^2+ + 2 NH3 + 2 H2O -> Cu(OH)2 v + 2 NH4+}\]

Im Überschuss löst sich der Niederschlag klar und tiefblau. Es entsteht der Tetraamminkupfer(II)-Komplex:

\[\ce{Cu(OH)2 + 4 NH3 -> [Cu(NH3)4]^2+ + 2 OH-}\]

Der Niederschlag ist das Hydroxid, nicht das Oxid. Schwarzes \(\ce{CuO}\) bildet sich erst beim Erhitzen. Auch mit Natronlauge fällt blaues \(\ce{Cu(OH)2}\). Kupfer bleibt dabei in der Stufe +2.

Redoxreaktionen

\(\ce{Cu^2+}\) ist ein mildes Oxidationsmittel. Es nimmt ein Elektron auf, wenn ein schwerlösliches Kupfer(I)-Salz oder ein stabiler Cu(I)-Komplex entsteht.

Iodid

Iodid reduziert \(\ce{Cu^2+}\) zu weißem Kupfer(I)-iodid und wird selbst zu Iod oxidiert. Das Iod färbt den Ansatz braun.

\[\ce{2 Cu^2+ + 4 I- -> 2 CuI v + I2}\]

Schweflige Säure und Thiocyanat

Schweflige Säure reduziert \(\ce{Cu^2+}\). In Gegenwart von Thiocyanat fällt weißes \(\ce{CuSCN}\):

\[\ce{2 Cu^2+ + SO2 + 2 SCN- + 2 H2O -> 2 CuSCN v + SO4^2- + 4 H+}\]

Cyanid

Überschüssiges \(\ce{KCN}\) reduziert den Amminkomplex. Die tiefblaue Lösung entfärbt sich, weil der farblose Cu(I)-Komplex \(\ce{[Cu(CN)4]^3-}\) entsteht. Ein Teil des Cyanids wird oxidiert:

\[\ce{2 [Cu(NH3)4]^2+ + 9 CN- + 2 OH- -> 2 [Cu(CN)4]^3- + OCN- + 8 NH3 + H2O}\]

⚠️ Achtung: Oxidationsstufe im Cyanokomplex

Kupfer liegt im Cyanokomplex als Cu(I) vor. Die Formel lautet daher \(\ce{[Cu(CN)4]^3-}\) und nicht \(\ce{[Cu(CN)4]^2-}\).

Metallisches Eisen

Ein blanker Eisennagel überzieht sich mit rotbraunem Kupfer. Eisen reduziert \(\ce{Cu^2+}\) direkt zum Metall, also über Cu(I) hinaus:

\[\ce{Fe + Cu^2+ -> Fe^2+ + Cu}\]

Ungeeignete Reagenzien

Ionen wie \(\ce{Fe^3+}\), \(\ce{Zn^2+}\) oder \(\ce{Mn^2+}\) reduzieren \(\ce{Cu^2+}\) nicht. Eine Kupfersulfatlösung entfärbt sich mit Mangan(II) auch beim Erhitzen nicht. Ebenso bleibt \(\ce{CuSO4}\) mit Fehlingscher Lösung ohne roten Niederschlag, denn \(\ce{Cu2O}\) fällt erst mit einem Reduktionsmittel wie Glucose.

Quiz

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Aussage 1

Gibt man überschüssiges Kaliumcyanid zu einer ammoniakalischen Kupferlösung, bildet sich der Kupfer(II)-Komplex \(\ce{[Cu(CN)4]^2-}\).

Cyanid reduziert Cu(II) zu Cu(I). Es entsteht der farblose Komplex \(\ce{[Cu(CN)4]^3-}\).

Aussage 2

Bei tropfenweiser Zugabe von verdünntem Ammoniak zu einer \(\ce{Cu^2+}\)-Lösung fällt zunächst schwarzes \(\ce{CuO}\) aus.

Es fällt blaues \(\ce{Cu(OH)2}\). Schwarzes \(\ce{CuO}\) entsteht erst beim Erhitzen.

Aussage 3

Kupfer(II)-Ionen oxidieren Iodid zu Iod und gehen dabei in schwerlösliches Kupfer(I)-iodid über.

Nach \(\ce{2 Cu^2+ + 4 I- -> 2 CuI + I2}\) entsteht weißes \(\ce{CuI}\), das Iod färbt braun.

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