Gravimetrie
Wie man einen Analyten über die Masse eines Niederschlags definierter Zusammensetzung quantitativ bestimmt und wo das Arzneibuch dieses Prinzip nutzt.
Die Gravimetrie ist ein sehr direktes Verfahren der quantitativen Analytik. Der Analyt wird als schwerlöslicher Niederschlag aus der Lösung geholt, gereinigt, getrocknet oder geglüht und schließlich gewogen. Weil die Zusammensetzung dieses Niederschlags bekannt ist, führt die Stöchiometrie von seiner Masse unmittelbar zur Menge des Analyten. Eine Kalibrierung mit Vergleichsstandards braucht man dafür nicht, denn die Gravimetrie ist ein Absolutverfahren. Fällt man etwa Sulfat mit Bariumionen, liefert die Masse des \(\ce{BaSO4}\) direkt den Sulfatgehalt.
Zunächst geht es darum, wie aus dem gelösten Analyten über Fällungsform und Wägeform eine verlässliche Auswaage entsteht und wie man daraus den Gehalt berechnet. Darauf aufbauend folgen konkrete Fällungen sowie die Sulfatasche, mit der das Arzneibuch die Reinheit von Substanzen prüft.
Das Kapitel greift unmittelbar auf Löslichkeitsprodukt und Stöchiometrie aus Kapitel 1 zurück. Von der Thermogravimetrie in Kapitel 8 unterscheidet es sich im Ansatz: Dort verfolgt man die Massenänderung einer Probe beim kontrollierten Erhitzen, hier wiegt man einen gezielt erzeugten Niederschlag.
Wie die Grundlagen der Gravimetrie auf konkrete pharmazeutische Bestimmungen angewendet …