Rezepturarzneimittel

Hydrophile Salben und Macrogolsalbe DAC

Hydrophile Salben nach Ph. Eur. und die Macrogolsalbe DAC als ihr typischer Vertreter: Aufbau, Verhalten mit Wasser und Anwendungsgrenzen.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Hydrophile Salben nach Ph. Eur. haben wasserfreie, mit Wasser mischbare Grundlagen, meist aus Macrogolen.
  • Macrogole sind Polyethylenglykole; kurze Ketten wie Macrogol 300 sind flüssig, lange wie Macrogol 1500 fest.
  • Hydrophile Salben brauchen keine Emulgatoren; mit Wasser bleibt das System einphasig.
  • Die Macrogolsalbe DAC besteht aus flüssigem und festem Macrogol zu gleichen Teilen und ist ein wasserfreies Isogel, das sich mit Wasser abwaschen lässt.
  • Sie ist mikrobiell wenig anfällig, wird lichtgeschützt gelagert und eignet sich kaum für Schleimhäute.

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Worum es geht

Hydrophile Salben bilden neben hydrophoben und Wasser aufnehmenden Salben die dritte Salbenklasse des Arzneibuchs. Ihr wichtigster Vertreter in der Rezeptur ist die Macrogolsalbe DAC. Sie ist eine fettfreie Grundlage, die sich mit Wasser einfach abwaschen lässt.

Definition

Nach Ph. Eur. haben hydrophile Salben Grundlagen, die mit Wasser mischbar sind. Die Grundlage selbst ist üblicherweise wasserfrei. Wasser ist also kein notwendiger Bestandteil, und einen Mindestwassergehalt gibt es nicht. Die Einteilung der Salbenklassen wird hier vorausgesetzt.

Typische Grundstoffe sind die Macrogole. Das sind Polyethylenglykole der Formel \(\ce{HO-(CH2CH2O)_{n}-H}\). Die Zahl im Namen gibt die mittlere molare Masse in g/mol an. Ethersauerstoffe und endständige OH-Gruppen bilden Wasserstoffbrücken zum Wasser, deshalb lösen sich Macrogole darin. Kurze Ketten wie Macrogol 300 sind flüssig, lange wie Macrogol 1500 fest.

Strukturformel von Polyethylenglykol mit Wiederholungseinheit und Vergleich von flüssigem Macrogol 300 und festem Macrogol 1500

Macrogole: Polyether mit Ethersauerstoffen und OH-Endgruppen; kurze Ketten flüssig, lange fest.

Hydrophile Salben brauchen keine Emulgatoren wie ionische Tenside oder Polysorbate. Sie mischen sich mit Wasser, weil schon ihre Grundstoffe hydrophil sind. Anders entstehen Wasser aufnehmende Salben: Dort macht erst ein W/O-Emulgator eine hydrophobe Grundlage wasseraufnahmefähig. Gibt man Wasser zu einer hydrophilen Salbe, löst es sich. Ein mehrphasiges System entsteht nicht. Macrogole als Hilfsstoffe allgemein behandelt die Seite Macrogole und Tenside.

Macrogolsalbe DAC

Die Macrogolsalbe DAC besteht nur aus Macrogolen unterschiedlicher Kettenlänge: flüssigem Macrogol 300 und festem Macrogol 1500 zu gleichen Teilen. Das feste Macrogol gibt Konsistenz, das flüssige macht die Masse streichfähig. Beide mischen sich auf molekularer Ebene. So entsteht ein Einphasensystem, also ein Isogel und kein grobdisperses System.

Wasser löst sich in der Salbe homogen. Es bleibt bei einer Phase, eine Emulsion bildet sich nicht. Man kann sich das wie Zucker in Sirup vorstellen und nicht wie Tropfen in Öl.

Zwei Schemata nebeneinander: links eine einheitliche Phase, rechts Wassertröpfchen in einer fettigen Grundlage

Wasser löst sich in Macrogolsalbe homogen, in einer Wasser aufnehmenden Salbe wird es als Tröpfchen emulgiert.
🎯 Examensrelevant: Eigenschaften der Macrogolsalbe

Die Eigenschaften der Macrogolsalbe DAC werden im Examen gerne gefragt: wasserfrei, einphasig (Isogel), mit Wasser abwaschbar und mikrobiell wenig anfällig. Achte darauf, dass zugesetztes Wasser sich löst und keine Emulsion entsteht.

Weil die Salbe wasserfrei ist, finden Mikroorganismen kaum Lebensbedingungen. Sie ist deshalb mikrobiell wenig anfällig. Lagern muss man sie vor Licht geschützt. Emulgatoren wie Cetylstearylalkohol oder Feuchthalter wie Propylenglykol aus den Cremes enthält sie nicht.

Macrogole ziehen Wasser an. Auf Schleimhäuten entziehen sie Feuchtigkeit und können reizen. Dafür eignet sich die Salbe daher nicht besonders.

⚠️ Achtung: Macrogol und Polyethylen

Macrogole sind Polyethylenglykole mit Sauerstoff in der Kette und damit hydrophil. Polyethylen ist ein reiner Kohlenwasserstoff und dient als Gelbildner lipophiler Gele, nicht der Macrogolsalbe.

Quiz

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richtig oder falsch iWarum nur Aussagen? Fragen mit fünf Antworten löst man am sichersten, indem man jede Aussage einzeln bewertet: ✓✓ sicher richtig, ✓ eher richtig, 0 unsicher, ✗ eher falsch, ✗✗ sicher falsch. Mit dem Ausschlussprinzip ergibt sich daraus die Lösung. Dieses einzelne Bewerten ist der wichtigste Handgriff fürs Examen, und genau den übst du hier.

Aussage 1

Rührt man Wasser in Macrogolsalbe DAC ein, entsteht eine O/W-Emulsion.

Wasser löst sich homogen in den Macrogolen. Die Salbe bleibt einphasig, eine Emulsion entsteht nicht.

Aussage 2

Eine Mischung aus gleichen Teilen Macrogol 300 und Macrogol 1500 ist eine hydrophile Salbe nach Ph. Eur.

Sie ist wasserfrei, mit Wasser mischbar und besteht aus Macrogolen. Genau so ist auch die Macrogolsalbe DAC zusammengesetzt.

Aussage 3

Macrogolsalbe DAC eignet sich wenig für Schleimhäute, weil Macrogole Wasser anziehen.

Macrogole entziehen der Schleimhaut Feuchtigkeit und können sie reizen.

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