Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve, therapeutische Breite und Wirkdauer
Wie man an der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve die therapeutische Breite erkennt und die Wirkdauer eines Präparats abliest.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve trägt die Arzneistoffkonzentration im Plasma gegen die Zeit auf.
- Nach oraler Einmalgabe steigt die Kurve bis zum Maximum \(c_\text{max}\) bei \(t_\text{max}\) an und fällt dann ab.
- Die therapeutische Breite reicht von der minimalen therapeutischen (unten) bis zur minimalen toxischen Konzentration (oben).
- Die Wirkdauer ist die Zeit, in der die Plasmakonzentration über der minimalen therapeutischen Konzentration liegt.
- Beim Präparatevergleich wirkt am längsten die Kurve mit der längsten Zeit über der Schwelle, oft eine flache Retardform, nicht die mit dem höchsten Gipfel.
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Worum es geht
Ob ein Arzneimittel wirkt und wie lange, zeigt die Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve. Sie verbindet die Arzneiform mit der Wirkung im Körper. Deshalb braucht man sie, um etwa eine Retardtablette mit einer schnell freisetzenden Tablette zu vergleichen.
Vom Arzneimittel ins Plasma
Ein oral oder rektal gegebener Arzneistoff wirkt erst, wenn er im Blut ankommt. Dafür muss die Arzneiform zuerst zerfallen. Wie man das prüft, steht bei der Zerfallsprüfung. Danach löst sich der Arzneistoff in der Flüssigkeit von Darm oder Rektum. Nur gelöst kann er durch die Schleimhaut ins Blut übertreten, meist durch Diffusion. Diesen Übertritt nennt man Absorption.
Aufbau der Kurve
Die Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve trägt die Arzneistoffkonzentration im Plasma gegen die Zeit auf. Auf der x-Achse steht die Zeit nach der Gabe, auf der y-Achse die Konzentration, etwa in mg/L.
Nach oraler Einmalgabe steigt die Kurve zuerst an, weil die Absorption überwiegt. Sie erreicht ein Maximum \(c_\text{max}\) zum Zeitpunkt \(t_\text{max}\). Danach fällt sie ab, weil die Elimination überwiegt. Zwei waagerechte Linien markieren die Konzentrationsgrenzen: unten die minimale therapeutische, oben die minimale toxische Konzentration.
Therapeutische Breite
Die minimale therapeutische Konzentration ist die niedrigste Plasmakonzentration, bei der der Arzneistoff wirkt. Darunter bleibt die Wirkung aus. Die minimale toxische Konzentration ist die niedrigste Konzentration, bei der toxische Effekte auftreten.
Der Bereich zwischen beiden Linien ist die therapeutische Breite. Ihre untere Grenze ist die minimale therapeutische, ihre obere Grenze die minimale toxische Konzentration. Man kann sich das Band wie eine Fahrspur vorstellen: Die Kurve soll möglichst lange darin bleiben.
Wirkdauer
Die Wirkdauer ist die Zeitspanne, in der die Plasmakonzentration oberhalb der minimalen therapeutischen Konzentration liegt. Im Diagramm suchst du die beiden Schnittpunkte der Kurve mit dieser unteren Linie. Die Strecke dazwischen auf der Zeitachse ist die Wirkdauer.
So vergleicht man auch Präparate. Im Beispiel liegt die Schwelle bei 2 mg/L. Kurve A steigt hoch und spitz an und fällt schnell wieder unter die Linie. Die flache, breite Kurve B einer Retardform bleibt am längsten darüber. Kurve C erreicht die Schwelle nie und hat deshalb keine Wirkdauer.
Der höchste Gipfel bedeutet nicht die längste Wirkung. Entscheidend ist allein die Zeit oberhalb der minimalen therapeutischen Konzentration.
Quiz
Aussage 1
Die obere Grenze der therapeutischen Breite bildet die minimale toxische Konzentration.
Die therapeutische Breite liegt zwischen der minimalen therapeutischen Konzentration als unterer und der minimalen toxischen Konzentration als oberer Grenze.
Aussage 2
Die Wirkdauer reicht von der Einnahme bis zum Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration \(t_\text{max}\).
Die Wirkdauer ist die Zeitspanne, in der die Plasmakonzentration oberhalb der minimalen therapeutischen Konzentration liegt, also die Strecke zwischen den beiden Schnittpunkten mit dieser Linie.
Aussage 3
Ein Präparat, dessen Kurve die minimale therapeutische Konzentration nie erreicht, hat keine Wirkdauer.
Ohne Zeit oberhalb der minimalen therapeutischen Konzentration gibt es keine Wirkung, wie bei Kurve C im Beispiel.
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