Qualitätskriterien

Prüfung auf ausreichende antimikrobielle Konservierung

Wie das Arzneibuch prüft, ob ein Konservierungsmittel eingeschleppte Keime in einer Zubereitung zuverlässig abtötet.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Die Prüfung auf ausreichende Konservierung ist ein Belastungstest des Arzneibuchs, der die Wirksamkeit des Konservierungsmittels in der fertigen Zubereitung nachweist.
  • Die Zubereitung wird im Endbehältnis getrennt mit Testkeimen beimpft: Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus, Candida albicans und Aspergillus brasiliensis.
  • Gefordert ist eine Keimzahlreduktion um festgelegte log-Stufen innerhalb vorgegebener Zeiträume, danach kein erneuter Anstieg.
  • Vor der Keimzählung wird das Konservierungsmittel neutralisiert, damit es auf dem Nährboden nicht weiterwirkt.
  • Die Prüfung gilt nicht nur für sterile Arzneiformen, sondern auch für nicht sterile und halbfeste kutane Zubereitungen.

Dieses Kapitel ist für Supporter

Relaxed ins Stex ist ein kleines, unabhängiges Projekt. Mit einem Zugang unterstützt du uns und schaltest das ganze 1. Staatsexamen frei. ❤️

Zugang freischalten

Bitte bestätige zuerst deine E-Mail-Adresse

Wir haben dir einen Link geschickt. Erst mit bestätigter E-Mail-Adresse kannst du einen Zugang freischalten und nutzen.

Zum Konto

Worum es geht

Eine Augentropfenflasche oder eine Cremetube wird viele Male geöffnet, und jedes Mal können Keime hineingelangen. Die Prüfung auf ausreichende antimikrobielle Konservierung zeigt, ob das Konservierungsmittel solche Keime wirksam bekämpft. Sie gehört zur mikrobiologischen Qualitätskontrolle von Arzneiformen.

Mikrobiologische Qualität

Keime in Arzneimitteln können Patienten infizieren und Wirkstoffe oder Hilfsstoffe zersetzen. Sterile Zubereitungen wie Parenteralia oder Augentropfen dürfen deshalb überhaupt keine vermehrungsfähigen Keime enthalten. Nicht sterile Zubereitungen wie Säfte oder Cremes dürfen nur eine begrenzte Keimzahl aufweisen.

Beide Gruppen verlieren ihren Schutz, sobald ein Mehrdosenbehältnis angebrochen ist. Wasserhaltige Zubereitungen bieten Keimen dann einen guten Nährboden. Hier helfen Konservierungsmittel. Wann man konserviert und warum, erklärt die Seite zu den Grundsätzen der Konservierung. Hier geht es nur darum, wie das Arzneibuch die Wirksamkeit nachweist.

Prüfprinzip und Anwendungsbereich

Die Prüfung auf ausreichende Konservierung ist ein Belastungstest. Man impft die Zubereitung im Endbehältnis absichtlich mit einer hohen Zahl definierter Testkeime an. Jeder Keim kommt in eine eigene Probe.

📖 Definition: Testkeime

Standardisierte Referenzstämme, die typische Verderbniserreger vertreten: Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus als Bakterien, Candida albicans als Hefe und Aspergillus brasiliensis als Schimmelpilz.

Die Proben lagern bei 20 bis 25 °C. Zu festgelegten Zeitpunkten entnimmt man Aliquote und bestimmt die Zahl der koloniebildenden Einheiten (KBE). Vorher wird das Konservierungsmittel neutralisiert. Sonst würde es auf dem Nährboden weiter wirken und eine zu niedrige Keimzahl vortäuschen.

Flussdiagramm vom Beimpfen über Lagern und Probenahme bis zur Bewertung der Keimzahlreduktion.

Ablauf der Prüfung auf ausreichende antimikrobielle Konservierung.

Die Anforderung lautet: Die Keimzahl jedes Testkeims muss innerhalb vorgegebener Zeiträume um eine festgelegte Zahl von log-Stufen sinken. Eine log-Stufe entspricht einer Abnahme auf ein Zehntel. Danach darf die Keimzahl bis zum Ende der Prüfung nicht wieder ansteigen. Die Fristen hängen von der Arzneiform ab. Bei Parenteralia müssen Bakterien schon nach 24 Stunden um 3 log-Stufen abgenommen haben, bei kutanen Zubereitungen erst nach 7 Tagen. Pilze bekommen mehr Zeit als Bakterien.

Diagramm mit logarithmischer Keimzahl auf der y-Achse und Tagen auf der x-Achse; eine Kurve fällt stetig ab, eine zweite fällt und steigt wieder an.

Bestanden oder nicht: Die Keimzahl muss fristgerecht um festgelegte log-Stufen sinken und darf danach nicht wieder steigen.

Die Prüfung ist nicht nur für sterile Arzneiformen vorgesehen. Sie gilt für alle konservierten Zubereitungen, also auch für nicht sterile Säfte und für halbfeste Zubereitungen zur kutanen Anwendung wie hydrophile Cremes oder Hydrogele. Die Konservierung solcher Grundlagen behandeln die Seiten zu Cremes und Hydrogelen. Man führt die Prüfung vor allem bei der Entwicklung einer Rezeptur durch, um das gewählte Konservierungssystem zu belegen.

Quiz

Teste dich mit 3 Karten
richtig oder falsch iWarum nur Aussagen? Fragen mit fünf Antworten löst man am sichersten, indem man jede Aussage einzeln bewertet: ✓✓ sicher richtig, ✓ eher richtig, 0 unsicher, ✗ eher falsch, ✗✗ sicher falsch. Mit dem Ausschlussprinzip ergibt sich daraus die Lösung. Dieses einzelne Bewerten ist der wichtigste Handgriff fürs Examen, und genau den übst du hier.

Aussage 1

Eine konservierte Zubereitung besteht die Prüfung, wenn die Keimzahl der Testkeime innerhalb vorgegebener Fristen um festgelegte log-Stufen sinkt und danach nicht wieder ansteigt.

Genau das ist die Anforderung: fristgerechte Keimzahlreduktion ohne späteren Wiederanstieg.

Aussage 2

Die Prüfung auf ausreichende antimikrobielle Konservierung ist ausschließlich für sterile Arzneiformen wie Parenteralia vorgesehen.

Sie gilt für alle konservierten Zubereitungen, also auch für nicht sterile Säfte und halbfeste kutane Zubereitungen.

Aussage 3

Eine konservierte hydrophile Creme zur Anwendung auf der Haut kann der Prüfung auf ausreichende Konservierung unterzogen werden.

Die Prüfung ist auch bei halbfesten Zubereitungen zur kutanen Anwendung anwendbar.

Fehler entdeckt oder eine Idee? Wir verbessern die Inhalte laufend. Melde es uns gerne über dieses Formular ❤️

Teile der Inhalte wurden mithilfe von KI-Systemen erstellt und werden fortlaufend redaktionell geprüft. Trotz Sorgfalt können Fehler enthalten sein. Wichtige Informationen bitte anhand offizieller Quellen prüfen. Relaxed ins Stex ist ein unabhängiges Angebot und steht in keiner Kooperation mit dem IMPP. Das Angebot ist weder vom IMPP autorisiert noch mit diesem verbunden.

Zurück nach oben