Moose und Drogen der Gymnospermen
Ginkgo, Wacholder und Eibe als Nacktsamer: haploides Nährgewebe, die Natur der Wacholderbeere und die Merkmale von Taxus brevifolia.
Das Wichtigste in Kürze
- Ginkgo biloba, Juniperus communis und Taxus sind Gymnospermen mit frei liegenden Samenanlagen und ohne echte Früchte.
- Das Nährgewebe der Gymnospermen ist haploid und stammt aus dem weiblichen Gametophyten, ein triploides Endosperm gibt es nur bei Angiospermen.
- Wacholderbeeren sind botanisch Beerenzapfen aus verwachsenen fleischigen Zapfenschuppen und enthalten ätherisches Öl, aber keine Alkaloide.
- Wacholder gehört zu den Cupressaceae, die Droge stammt von Juniperus communis und nicht vom giftigen Sadebaum Juniperus sabina.
- Bei Taxus brevifolia umgibt ein roter, becherförmiger Arillus den einzelnen Samen, die Rinde lieferte erstmals Paclitaxel.
Worum es geht
Nacktsamer liefern nur wenige, aber bekannte Drogen: Ginkgoblätter, Wacholderbeeren und die Eibe als Ausgangspflanze für Paclitaxel. Den Generationswechsel der Moose und der übrigen Landpflanzen findest du unter Generationswechsel bei Moosen, Farnen und Samenpflanzen. Hier geht es um die Einordnung der Gymnospermen-Drogen.
Gymnospermen-Drogen
Ginkgo biloba, der Gemeine Wacholder Juniperus communis und die Eiben der Gattung Taxus gehören zu den Gymnospermen. Ihre Samenanlagen liegen frei und sind nicht in einen Fruchtknoten eingeschlossen. Echte Früchte bilden sie deshalb nicht.
Daraus folgt ein zweites Merkmal. Gymnospermen kennen keine doppelte Befruchtung. Ihr Nährgewebe entsteht schon vor der Befruchtung aus dem weiblichen Gametophyten und ist haploid. Ein triploides Endosperm bilden nur die Angiospermen.
Die drei Stammpflanzen im Überblick:
| Stammpflanze | Familie | Droge | Wichtige Inhaltsstoffe |
|---|---|---|---|
| Ginkgo biloba | Ginkgoaceae | Ginkgo folium (Blätter) | Flavonoide, Terpenlactone (Ginkgolide, Bilobalid) |
| Juniperus communis | Cupressaceae | Juniperi galbulus (Beerenzapfen) | ätherisches Öl, u. a. α-Pinen |
| Taxus brevifolia | Taxaceae | Rinde als Rohstoff | Paclitaxel |
Wacholderbeeren
Wacholderbeeren heißen zwar Beeren, sind botanisch aber Beerenzapfen (Galbuli). Drei fleischig gewordene Zapfenschuppen verwachsen und umschließen die Samen. Eine echte Beere entsteht dagegen aus einem Fruchtknoten, den Gymnospermen nicht besitzen. Die Droge wirkt durch ihr ätherisches Öl. Alkaloide enthält sie nicht.
Wacholder gehört zu den Zypressengewächsen (Cupressaceae). Anders als Kiefer und Fichte zählt er also nicht zu den Pinaceae, auch wenn sein Öl nach α-Pinen duftet.
Stammpflanze der Droge ist allein Juniperus communis. Der Sadebaum Juniperus sabina ist stark giftig, sein ätherisches Öl reizt Haut und Schleimhäute und wirkt abortiv.
Pazifische Eibe
Aus der Rinde von Taxus brevifolia wurde Paclitaxel zuerst isoliert. Wie alle Eiben trägt sie flache, zweizeilig angeordnete Nadeln und bildet keine Zapfen. Jeder Samen sitzt einzeln in einem roten, fleischigen, becherförmigen Samenmantel (Arillus). Der Becher ist oben offen, der dunkle Samen bleibt sichtbar. Das Gebilde sieht aus wie eine Beere, ist aber keine Frucht. Der Arillus ist der einzige ungiftige Teil, Samen und Nadeln enthalten giftige Taxine.
Quiz
Aussage 1
Wacholderbeeren entstehen aus verwachsenen, fleischig gewordenen Zapfenschuppen und sind daher botanisch Beerenzapfen.
Gymnospermen haben keinen Fruchtknoten und bilden keine echten Beeren. Die Droge Juniperi galbulus ist ein Beerenzapfen.
Aussage 2
Juniperus communis wird wegen seines α-Pinen-haltigen Öls den Kieferngewächsen (Pinaceae) zugeordnet.
Wacholder gehört zu den Zypressengewächsen (Cupressaceae). Der Duft nach α-Pinen ändert an der Familienzuordnung nichts.
Aussage 3
Im Samen von Ginkgo biloba ist das Nährgewebe triploid, weil es aus einer doppelten Befruchtung hervorgeht.
Ginkgo ist eine Gymnosperme ohne doppelte Befruchtung. Ihr Nährgewebe ist haploid und stammt aus dem weiblichen Gametophyten.
Fehler entdeckt oder eine Idee? Wir verbessern die Inhalte laufend. Melde es uns gerne über dieses Formular ❤️
Teile der Inhalte wurden mithilfe von KI-Systemen erstellt und werden fortlaufend redaktionell geprüft. Trotz Sorgfalt können Fehler enthalten sein. Wichtige Informationen bitte anhand offizieller Quellen prüfen. Relaxed ins Stex ist ein unabhängiges Angebot und steht in keiner Kooperation mit dem IMPP. Das Angebot ist weder vom IMPP autorisiert noch mit diesem verbunden.