Lauraceae (Lorbeergewächse)
Die Lorbeergewächse speichern ätherisches Öl in einzelnen Ölzellen und liefern Zimtrinde, Cassiaöl, Zimtblätteröl und D-Campher.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Lauraceae sind aromatische, meist immergrüne Holzpflanzen der Magnoliiden mit den Gattungen Cinnamomum und Laurus.
- Cinnamomum und Laurus speichern ätherisches Öl in Ölidioblasten, also einzelnen Ölzellen, nicht in lysigenen Behältern.
- D-Campher, Zimtblätteröl und Cassiaöl stammen von Cinnamomum-Arten und damit von Lauraceae, nicht von Myrtaceae.
- Cinnamomi cortex ist die geschälte Rinde von Cinnamomum zeylanicum, eine Ätherischöldroge ohne Alkaloide.
- Leitstoffe: Zimtaldehyd und Eugenol im Zimt, Campher und 1,8-Cineol in Campherbaum und Lorbeer.
Worum es geht
Die Lauraceae sind eine Familie aromatischer Holzpflanzen aus der Gruppe der Magnoliiden. Pharmazeutisch zählen vor allem die Gattungen Cinnamomum und Laurus. Sie liefern ätherische Öle und Drogen, die man der richtigen Familie und Stammpflanze zuordnen muss.
Einordnung und Erkennungsmerkmale
Die Lauraceae gehören zu den Magnoliiden, also zu einer ursprünglichen Linie der Bedecktsamer. Es sind meist immergrüne Bäume und Sträucher warmer Gebiete.
| Merkmal | Ausprägung |
|---|---|
| Systematik | Magnoliiden, Ordnung Laurales |
| Wuchsform | meist immergrüne Bäume und Sträucher der Tropen und Subtropen |
| Blätter | einfach, ganzrandig, ledrig, beim Zerreiben aromatisch |
| Blüte | klein, unscheinbar gelblich, radiär, meist dreizählig |
| Blütenformel | \(\ast\ P_{3+3}\ A_{3+3+3+3}\ G_{\underline{1}}\) |
| Frucht | einsamige Beere oder Steinfrucht |
| typische Inhaltsstoffe | ätherisches Öl in Ölidioblasten |
| wichtige Arzneipflanzen | Ceylon-Zimtbaum, Cassia-Zimt, Campherbaum, Lorbeer |
Man erkennt die Familie an ledrigen, glänzenden Blättern, die zerrieben würzig riechen. Dazu kommen büschelige, kleine gelbliche Blüten und einsamige, dunkle Früchte. Der Lorbeer zeigt diese Merkmale typisch.
Köhler’s Medizinal-Pflanzen · hrsg. von Franz Eugen Köhler · gemeinfrei
Inhaltsstoffe
Das Aroma der Lauraceae steckt im ätherischen Öl. Es liegt nicht in Hohlräumen, sondern in einzelnen Zellen, die verstreut im Gewebe sitzen. Diese allgemeinen Exkretgewebe sind unter Exkretbehälter erklärt.
Ein Ölidioblast ist eine einzelne, von ihren Nachbarn abweichende Zelle, die ätherisches Öl in ihrem Inneren speichert. Die Zelle bleibt als Behälter erhalten, ihre Wand ist meist verkorkt.
Solche Ölzellen besitzen Cinnamomum samt Campherbaum und Zimt ebenso wie Laurus. Man kann sie sich wie einzelne versiegelte Tropfenkapseln im Gewebe vorstellen. Anders ist es bei lysigenen Behältern, denn dort lösen sich ganze Zellgruppen auf und hinterlassen einen ölgefüllten Raum.
Chemisch liefern die Öle zwei Stoffklassen. Die Phenylpropanoide Zimtaldehyd und Eugenol prägen den Zimt. Die Monoterpene (+)-Campher und 1,8-Cineol stammen aus Campherbaum und Lorbeer.
Arzneipflanzen und Drogen
Fast alle Lauraceae-Drogen stammen aus der Gattung Cinnamomum, ergänzt durch den Lorbeer.
| Pflanze | Droge | Leitstoffe | Wirkung oder Verwendung |
|---|---|---|---|
| Ceylon-Zimtbaum, Cinnamomum zeylanicum | Cinnamomi cortex, Zimtblätteröl | Zimtaldehyd (Rinde), Eugenol (Blatt) | Aromatikum, bei Verdauungsbeschwerden |
| Cassia-Zimt, Cinnamomum cassia | Cinnamomi cassiae aetheroleum (Cassiaöl) | Zimtaldehyd | Aromatikum, Gewürz |
| Campherbaum, Cinnamomum camphora | D-Campher | (+)-Campher | äußerlich hyperämisierend in Einreibungen |
| Lorbeer, Laurus nobilis | Lauri folium | 1,8-Cineol | Gewürz |
Ceylon-Zimtbaum
Cinnamomi cortex stammt von Cinnamomum zeylanicum. Die Droge ist geschälte Rinde: Kork und äußere Rinde werden entfernt. Die dünnen, hellbraunen Rindenstücke rollen sich beim Trocknen ein und werden zu vielen Lagen ineinandergesteckt. An diesen mehrschichtigen Röllchen erkennt man Zimtrinde auch auf einer Abbildung. Sie ist eine Ätherischöldroge und enthält keine Alkaloide.
Cassia-Zimt und Campherbaum
Auch Cassiaöl und D-Campher sind Lauraceae-Produkte. Cinnamomum cassia hat mit Sennesblättern nichts zu tun, denn die Senna gehört zu den Fabaceae.
Zimtblätteröl ist reich an Eugenol wie das Nelkenöl, stammt aber von Cinnamomum und damit von den Lauraceae. Eugenolhaltige Öle der Myrtaceae liefert die Gewürznelke.
Quiz
Aussage 1
Cinnamomi cortex besteht aus der geschälten Rinde von Cinnamomum zeylanicum.
Kork und äußere Rinde werden entfernt, die dünnen Stücke rollen sich zu mehrlagigen Röllchen ein.
Aussage 2
Beim Campherbaum liegt das ätherische Öl in einzelnen Ölzellen, die als intakte Zellen erhalten bleiben.
Cinnamomum camphora speichert das Öl wie alle Lauraceae in Ölidioblasten, nicht in lysigenen Hohlräumen.
Aussage 3
Die Stammpflanze des Cassiaöls liefert auch die Sennesblätter.
Cassiaöl stammt von Cinnamomum cassia (Lauraceae). Sennesblätter kommen von der Senna aus den Fabaceae.
Aussage 4
Zimtblätteröl wird wegen seines Eugenolgehalts aus einer Myrtaceae gewonnen.
Zimtblätteröl stammt vom Ceylon-Zimtbaum, einer Lauraceae. Eugenol kommt zusätzlich im Nelkenöl der Myrtaceae vor.
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