Phylogenie der Landpflanzen

Farnpflanzen und Schachtelhalme

Farne, Bärlappe und Schachtelhalme bilden die Pteridophyten; der Acker-Schachtelhalm liefert mit Equiseti herba eine offizinelle Droge.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
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  • Die Pteridophyten (Farnpflanzen) sind sporenbildende Kormophyten ohne Samen mit den Gruppen Farne, Bärlappe und Schachtelhalme.
  • Equisetum arvense ist eine Farnpflanze und keine Samenpflanze, sie bildet keine Blüten und keine Kapselfrüchte.
  • Schachtelhalme sind krautig und ausdauernd mit verzweigtem Rhizom und ungleichen fertilen und sterilen Trieben.
  • Sterile Triebe sind grün, gerillt und tragen quirlige, meist unverzweigte Seitensprosse; die Blätter stehen in Wirteln, die Epidermis ist reich an Silikaten.
  • Offizinell ist Equiseti herba aus E. arvense; von Ginkgo biloba ist keine Herba-Droge offizinell.

Worum es geht

Zwischen Moosen und Samenpflanzen stehen die Farnpflanzen. Pharmazeutisch zählt vor allem der Acker-Schachtelhalm, dessen Kraut als Droge im Arzneibuch steht. Man muss die Gruppe sicher einordnen und die Stammpflanze an ihrem Bau erkennen.

Systematik der Pteridophyten

Die Pteridophyten sind Kormophyten mit Leitgewebe, die sich über Sporen statt über Samen ausbreiten. Ihr Generationswechsel läuft über ein freilebendes Prothallium. Zu ihnen gehören drei Gruppen:

  • Farne, etwa der Wurmfarn mit gefiederten Wedeln
  • Schachtelhalme (Gattung Equisetum) mit gegliederten Sprossen
  • Bärlappe, etwa der kriechende Keulen-Bärlapp

Skizzen eines gefiederten Farnwedels, eines gegliederten Schachtelhalms und eines kriechenden Bärlapps

Die drei Gruppen der Pteridophyten: Farn, Schachtelhalm, Bärlapp

Stammesgeschichtlich stehen die Schachtelhalme den Farnen nahe. Die Bärlappe bilden eine eigene, ältere Linie. Auch Equisetum arvense ist also eine Farnpflanze. Anders als die Samenpflanzen bildet sie weder Blüten noch Samen.

Morphologie der Schachtelhalme

Heutige Schachtelhalme sind krautige, ausdauernde Pflanzen. Sie überdauern mit einem verzweigten Rhizom im Boden. Daraus treiben zwei ungleich gestaltete Sprossarten. Beim Acker-Schachtelhalm erscheinen im Frühjahr bräunliche fertile Triebe mit einer endständigen Sporangienähre. Danach folgen die sterilen Triebe. Sie sind grün und gerillt und tragen quirlige, meist unverzweigte Seitensprosse.

Die kleinen Blätter stehen in Wirteln und sind zu einer Blattscheide um den Knoten verwachsen. Die Epidermiszellwände enthalten reichlich Silikate. Deshalb fühlt sich die Pflanze rau an. Daneben können Alkaloide vorkommen. Kapselfrüchte fehlen, denn es gibt keine Blüten.

Beschreibt ein Arzneibuchtext grüne, gerillte, gegliederte Triebe mit wirteligen Seitensprossen, gehört er zu Equisetum. Eine Samenpflanze mit grob gesägten Laubblättern passt nicht dazu.

⚠️ Achtung: Sumpf-Schachtelhalm

Der alkaloidhaltige E. palustre ist die wichtigste Verwechslung. Bei E. arvense ist das erste Internodium eines Seitenzweigs länger als die Blattscheide des Hauptsprosses, bei E. palustre kürzer.

Zwei schematische Sprossknoten mit Blattscheide und unterschiedlich langem erstem Seitenzweigglied

Erstes Seitenzweig-Internodium im Vergleich zur Blattscheide: länger bei E. arvense, kürzer bei E. palustre

Schachtelhalmkraut

Von Equisetum arvense wird das Kraut gewonnen. Equiseti herba besteht aus den getrockneten sterilen Trieben und ist offizinell. Die Droge dient traditionell zur Durchspülung der Harnwege.

Bei Ginkgo biloba ist das anders. Ginkgo ist eine nacktsamige Samenpflanze, und von ihm ist keine Herba-Droge offizinell. Verwendet werden die Blätter, mehr dazu bei den Arzneipflanzen.

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Aussage 1

Von Ginkgo biloba ist wie von Equisetum arvense eine Herba-Droge offizinell.

Offizinell ist nur Equiseti herba; von Ginkgo biloba ist keine Herba-Droge offizinell, genutzt werden die Blätter.

Aussage 2

Die Zellwände der Epidermis von Schachtelhalmen enthalten reichlich Silikate.

Die Silikate machen die Sprosse rau und hart.

Aussage 3

Der Acker-Schachtelhalm gehört als sporenbildende Gefäßpflanze zu den Pteridophyten.

Schachtelhalme bilden mit Farnen und Bärlappen die Pteridophyten und gehören nicht zu den Samenpflanzen.

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