Blut

Blutplasma und Blutserum: Gewinnung und Bestandteile

Wie man Plasma und Serum aus Blut gewinnt, was beide enthalten und worin sie sich unterscheiden.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Blutplasma ist der Überstand von zentrifugiertem, ungerinnbar gemachtem Blut, Blutserum der Überstand nach abgelaufener Gerinnung.
  • Plasma enthält Elektrolyte, Albumin, Antikörper, Fibrinogen und die übrigen Gerinnungsfaktoren.
  • Thrombozyten sind Zellen und gehören nicht zum Plasma.
  • Serum enthält weder Fibrinogen noch Fibrin und hat daher einen geringeren Proteingehalt als Plasma.
  • Im Serum bleiben Albumin, γ-Globuline, HDL und LDL erhalten.

Worum es geht

Plasma und Serum sind die beiden flüssigen Anteile, die man aus einer Blutprobe gewinnen kann. Fast alle Laborwerte werden in einem von beiden gemessen, von Elektrolyten bis zu Medikamentenspiegeln. Wer sie unterscheiden will, muss wissen, ob das Blut vorher gerinnen durfte.

Zusammensetzung des Blutes

Blut besteht aus einer zellulären Phase und einer flüssigen Phase. Zu den Zellen gehören Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Die Flüssigkeit trägt gelöste Salze, Nährstoffe und Proteine.

Beide Phasen trennt man durch Zentrifugation. Die schweren Zellen sinken nach unten, die Flüssigkeit bleibt als klarer, gelblicher Überstand oben.

Ohne Zusatz gerinnt Blut im Röhrchen innerhalb von Minuten. Will man das verhindern, gibt man einen Gerinnungshemmer zu. EDTA und Citrat binden die für die Gerinnung nötigen \(\ce{Ca^2+}\)-Ionen, Heparin verstärkt die Wirkung von Antithrombin. Wie die Gerinnung abläuft, erklärt die Einheit zur Hämostase.

Blutplasma

Blutplasma ist der Überstand, den man nach Zentrifugation von ungerinnbar gemachtem Blut erhält. Weil die Gerinnung blockiert war, sind alle gelösten Stoffe noch vollständig darin.

Zum Plasma gehören Wasser, Elektrolyte wie \(\ce{Na+}\), \(\ce{K+}\), \(\ce{Ca^2+}\) und \(\ce{Cl-}\) sowie die Plasmaproteine. So nennt man alle im Plasma gelösten Eiweiße. Die wichtigsten sind:

Plasmaprotein Aufgabe
Albumin häufigstes Plasmaprotein, hält Wasser im Gefäß, transportiert Arzneistoffe
Antikörper (γ-Globuline) Immunabwehr
Fibrinogen Vorstufe des Fibrins
übrige Gerinnungsfaktoren Ablauf der Gerinnungskaskade

Die Thrombozyten gehören dagegen nicht zum Plasma. Sie sind Zellbestandteile und setzen sich beim Zentrifugieren zusammen mit den Leukozyten als dünne Schicht über den Erythrozyten ab.

Blutserum

Blutserum entsteht, wenn man Blut ohne Gerinnungshemmer gerinnen lässt und dann zentrifugiert. Bei der Gerinnung wird das lösliche Fibrinogen in unlösliches Fibrin umgewandelt. Das Fibrin vernetzt sich mit den Blutzellen zum Blutkuchen am Boden des Röhrchens. Darüber steht das Serum.

Schema zweier zentrifugierter Röhrchen: links Plasma über Blutzellen, rechts Serum über einem Blutgerinnsel.

Plasma entsteht aus ungerinnbar gemachtem Blut, Serum nach abgelaufener Gerinnung.

Im Serum fehlen deshalb Fibrinogen und Fibrin, außerdem die bei der Gerinnung verbrauchten Faktoren. Serum hat daher einen geringeren Proteingehalt als Plasma. Alle übrigen Plasmaproteine bleiben erhalten. Dazu zählen Albumin, die γ-Globuline und die Lipoproteine HDL und LDL, die Cholesterin im Blut transportieren.

💡 Merke

Serum ist Plasma ohne Fibrinogen: Was zum Gerinnsel wurde, fehlt im Serum.

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Aussage 1

Thrombozyten sind ein Bestandteil des Blutplasmas.

Thrombozyten sind zelluläre Bestandteile und sedimentieren beim Zentrifugieren mit den Leukozyten. Das Plasma ist der zellfreie Überstand.

Aussage 2

Weil bei der Gerinnung Fibrinogen verbraucht wird, ist der Proteingehalt des Serums niedriger als der des Plasmas.

Fibrinogen wird zu Fibrin und bleibt im Blutkuchen. Dem Serum fehlt es daher.

Aussage 3

Im Blutserum sind die Lipoproteine HDL und LDL nicht mehr enthalten, da sie im Blutkuchen zurückbleiben.

HDL und LDL bleiben ebenso wie Albumin und γ-Globuline im Serum gelöst. Nur Fibrinogen, Fibrin und verbrauchte Gerinnungsfaktoren fehlen.

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