Pilze

Ernährung und Lebensweisen der Pilze

Pilze leben obligat heterotroph und nutzen fremde organische Substanz als Saprophyten, Parasiten oder Symbionten.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Pilze sind obligat heterotrophe Eukaryoten: Ohne Plastiden beziehen sie Kohlenstoff und Energie aus fremder organischer Substanz, die sie extrazellulär verdauen und resorbieren.
  • Pilze sind als Gruppe nicht obligat anaerob; die meisten atmen aerob, Hefen sind fakultativ anaerob.
  • Saprophyten bauen als Destruenten tote Biomasse zu \(\ce{CO2}\) und Mineralstoffen ab.
  • Parasitische Pilze können als pathogene Endoparasiten auftreten, etwa Candida albicans.
  • Die Mykorrhiza ist eine Symbiose von Pilz und Wurzel; der Fliegenpilz ist ein Mykorrhizapilz von Birke und Fichte.

Worum es geht

Pilze können keine Photosynthese betreiben und sind daher auf organische Stoffe anderer Lebewesen angewiesen. Daraus ergeben sich ihre drei Lebensweisen. Für die Pharmazie sind sie wichtig, denn Pilze verderben Arzneimittel und Lebensmittel, verursachen Mykosen und liefern Wirkstoffe.

Heterotrophe Ernährung

Pilze sind Eukaryoten ohne Plastiden und damit ohne Chlorophyll (siehe Die Pilzzelle). Sie sind deshalb heterotroph. Kohlenstoff und Energie gewinnen sie aus organischen Verbindungen, die andere Organismen aufgebaut haben.

📖 Definition: Heterotrophie

Ernährung aus fremder organischer Substanz als Kohlenstoff- und Energiequelle. Pilze sind obligat heterotroph, sie haben keine Alternative.

Das gilt für alle Pilze, etwa auch für den Schimmelpilz Rhizopus, der kohlenstoff-heterotroph lebt. Pilze nehmen ihre Nahrung nicht als Partikel auf. Ihre Hyphen geben Verdauungsenzyme nach außen ab und resorbieren die gelösten Bausteine wie Zucker und Aminosäuren. Man kann sich ein Mycel wie einen nach außen gestülpten Darm vorstellen, der in seiner Nahrung wächst.

Die meisten Pilze atmen aerob. Hefen sind fakultativ anaerob: Ohne Sauerstoff gewinnen sie Energie durch Gärung. Als Gruppe sind Pilze damit nicht obligat anaerob. Nur wenige Spezialisten, etwa Pilze im Pansen von Wiederkäuern, leben streng ohne Sauerstoff.

Saprophyten, Parasiten, Symbionten

Woher ein Pilz seine organische Nahrung bezieht, bestimmt seine Lebensweise. Die meisten Pilze sind Saprophyten (saprotroph). Sie leben von toter Substanz wie Laub, Holz oder Lebensmitteln. Ökologisch sind sie Destruenten: Sie bauen Biomasse zu \(\ce{CO2}\), Wasser und Mineralstoffen ab. Die Pflanzen nehmen diese Stoffe als Produzenten wieder auf.

Kreisdiagramm von Pflanze über Laubstreu und Pilzmycel zu Kohlendioxid und Mineralstoffen zurück zur Pflanze.

Pilze als Destruenten schließen den Kreislauf zwischen toter Biomasse und Pflanzenwachstum.

Parasiten entziehen einem lebenden Wirt Nährstoffe und schädigen ihn. Wachsen sie im Gewebe, sind es Endoparasiten. Viele davon sind pathogen, etwa Candida albicans als Erreger von Mykosen (siehe pharmazeutisch bedeutsame Ascomyceten).

In einer Symbiose profitieren beide Partner. Flechten etwa vereinen Pilz und Alge. Das wichtigste Beispiel ist die Mykorrhiza, die Lebensgemeinschaft von Pilz und Pflanzenwurzel. Bei der Ektomykorrhiza umhüllt ein Hyphenmantel die Wurzelspitze, und Hyphen wachsen zwischen die Rindenzellen. Das weit verzweigte Mycel liefert Wasser, Phosphat und Stickstoff. Der Baum gibt dafür Zucker aus der Photosynthese ab.

Schema einer Baumwurzelspitze, umhüllt von einem Pilzmantel, mit Pfeilen für den Austausch von Zucker gegen Wasser und Mineralstoffe.

Ektomykorrhiza: Der Pilz liefert Wasser und Mineralstoffe, der Baum Zucker aus der Photosynthese.

Ein bekannter Mykorrhizapilz ist der Fliegenpilz (Amanita muscaria). Er lebt vor allem mit Birken und Fichten zusammen. Wie man ihn erkennt, zeigt die Einheit zu Basidiomyceten und Amanita.

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Aussage 1

Der Fliegenpilz lebt als Mykorrhizapilz in Symbiose mit Bäumen wie der Birke.

Der Fliegenpilz bildet eine Mykorrhiza: Er liefert Wasser und Mineralstoffe und erhält vom Baum Zucker.

Aussage 2

Pilze können bei ausreichendem Licht \(\ce{CO2}\) fixieren und so ihren Kohlenstoff selbst gewinnen.

Pilze besitzen keine Plastiden und kein Chlorophyll. Sie sind obligat heterotroph und beziehen Kohlenstoff ausschließlich aus organischen Verbindungen.

Aussage 3

Saprophytische Pilze wirken als Destruenten und machen Mineralstoffe aus totem Laub für Pflanzen wieder verfügbar.

Sie bauen tote Biomasse zu \(\ce{CO2}\), Wasser und Mineralstoffen ab und schließen so den Stoffkreislauf.

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