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Beruhigungsdrogen: Baldrian und Hopfen

Baldrian als Sammelart mit den Merkmalen der Valerianaceae und Hopfenzapfen als Bestandteil von Beruhigungstees.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Baldrian (Valeriana officinalis agg.) ist eine Sammelart aus den Valerianaceae, deren Wurzel als Beruhigungsdroge dient.
  • Valerianaceae sind meist krautig, haben gegenständige Blätter und eine fünfzählige, sympetale Krone.
  • Der Fruchtknoten der Valerianaceae ist unterständig und aus drei Karpellen aufgebaut, die Frucht ist eine Nuss.
  • Das ätherische Öl der Baldrianwurzel liegt in den hypodermalen Zellen.
  • Hopfenzapfen (Lupuli flos) von Humulus lupulus aus den Cannabaceae wirken beruhigend und dienen als Bittermittel zur Appetitanregung.

Worum es geht

Baldrianwurzel und Hopfenzapfen sind die klassischen pflanzlichen Beruhigungsmittel und stecken in vielen Schlaf- und Nerventees aus der Apotheke. Für Baldrian brauchst du die Familienmerkmale der Valerianaceae und das Aussehen der Pflanze. Beim Hopfen genügen Droge, Anwendung und Familie.

Baldrian

Valeriana officinalis ist keine einheitliche Art, sondern eine Sammelart. Man schreibt sie deshalb oft als Valeriana officinalis agg.

📖 Definition: Sammelart

Eine Sammelart (Aggregat, agg.) fasst mehrere nah verwandte, schwer unterscheidbare Kleinarten unter einem Namen zusammen. Für die Droge gilt das Aggregat als Ganzes.

Merkmale der Valerianaceae

Baldrian gehört zu den Valerianaceae (Baldriangewächse). Die Familie erkennt man an wenigen Merkmalen:

  • meist krautig, als Kräuter oder Stauden
  • gegenständige Blätter
  • fünfzählige, sympetale (verwachsenblättrige) Krone
  • unterständiger Fruchtknoten aus drei Karpellen
  • Nussfrüchte

Von den drei Karpellen bildet nur eines einen Samen. So entsteht eine einsamige Nuss, obwohl der Fruchtknoten dreiblättrig angelegt ist. Der Kelch bleibt zur Blütezeit unscheinbar eingerollt. An der Frucht wächst er zu einem federigen Haarkranz (Pappus) aus, der der Windverbreitung dient.

Droge und Inhaltsstoffe

Arzneilich genutzt wird die Baldrianwurzel (Valerianae radix), ein kurzes Rhizom mit zahlreichen Wurzeln. Das ätherische Öl liegt in den hypodermalen Zellen, also in der Zellschicht direkt unter der äußeren Abschlussschicht der Wurzel. Frische Wurzeln riechen kaum. Erst beim Trocknen entsteht der typische Geruch durch freigesetzte Isovaleriansäure. Baldrianwurzel ist fester Bestandteil von Beruhigungstees. Gerbstoffdrogen kennt man aus dieser Familie nicht.

Baldrian erkennen

Auf einem Bild erkennst du Baldrian an diesen Zügen:

  • aufrechte, oft über 1 m hohe Staude mit hohlem, gefurchtem Stängel
  • gegenständige, unpaarig gefiederte Blätter
  • kleine weiße bis rosa Blüten in reichblütigen, schirmartigen Trugdolden
  • Früchte mit federigem Pappus

Weitere Übung bietet Arzneipflanzen nach Merkmalen und Bild erkennen.

Hopfen

Der Hopfen, Humulus lupulus, gehört zu den Cannabaceae (Hanfgewächse) und ist damit mit dem Hanf verwandt. Er ist eine windende, zweihäusige Kletterpflanze. Als Droge dienen die Hopfenzapfen (Lupuli flos), die weiblichen Blütenstände. Ihre Deckblätter tragen Drüsenschuppen mit Bitterstoffen und ätherischem Öl.

Hopfenzapfen sind ein wirksamer Bestandteil von Beruhigungstees, häufig zusammen mit Baldrianwurzel. Wegen ihrer Bitterstoffe dienen sie außerdem zur Appetitanregung. Bitterstoffe regen über den bitteren Geschmack reflektorisch die Bildung von Magensaft an.

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Aussage 1

Hopfenzapfen werden neben ihrer Verwendung in Beruhigungstees auch zur Appetitanregung eingesetzt.

Richtig. Ihre Bitterstoffe regen reflektorisch die Magensaftbildung an und fördern so den Appetit.

Aussage 2

Bei Baldrian sitzt das ätherische Öl in der Hypodermis der Wurzel.

Richtig. Das ätherische Öl liegt in den hypodermalen Zellen direkt unter der äußeren Abschlussschicht der Wurzel.

Aussage 3

Die Blätter der Valerianaceae stehen wechselständig am Stängel.

Falsch. Valerianaceae haben gegenständige Blätter, bei Baldrian zudem unpaarig gefiedert.

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