Samenpflanzen

Lauraceae (Lorbeergewächse)

Die Lorbeergewächse speichern ätherisches Öl in einzelnen Ölzellen und liefern Zimtrinde, Cassiaöl, Zimtblätteröl und D-Campher.

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Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Die Lauraceae sind aromatische, meist immergrüne Holzpflanzen der Magnoliiden mit den Gattungen Cinnamomum und Laurus.
  • Cinnamomum und Laurus speichern ätherisches Öl in Ölidioblasten, also einzelnen Ölzellen, nicht in lysigenen Behältern.
  • D-Campher, Zimtblätteröl und Cassiaöl stammen von Cinnamomum-Arten und damit von Lauraceae, nicht von Myrtaceae.
  • Cinnamomi cortex ist die geschälte Rinde von Cinnamomum zeylanicum, eine Ätherischöldroge ohne Alkaloide.
  • Leitstoffe: Zimtaldehyd und Eugenol im Zimt, Campher und 1,8-Cineol in Campherbaum und Lorbeer.

Worum es geht

Die Lauraceae sind eine Familie aromatischer Holzpflanzen aus der Gruppe der Magnoliiden. Pharmazeutisch zählen vor allem die Gattungen Cinnamomum und Laurus. Sie liefern ätherische Öle und Drogen, die man der richtigen Familie und Stammpflanze zuordnen muss.

Einordnung und Erkennungsmerkmale

Die Lauraceae gehören zu den Magnoliiden, also zu einer ursprünglichen Linie der Bedecktsamer. Es sind meist immergrüne Bäume und Sträucher warmer Gebiete.

Merkmal Ausprägung
Systematik Magnoliiden, Ordnung Laurales
Wuchsform meist immergrüne Bäume und Sträucher der Tropen und Subtropen
Blätter einfach, ganzrandig, ledrig, beim Zerreiben aromatisch
Blüte klein, unscheinbar gelblich, radiär, meist dreizählig
Blütenformel \(\ast\ P_{3+3}\ A_{3+3+3+3}\ G_{\underline{1}}\)
Frucht einsamige Beere oder Steinfrucht
typische Inhaltsstoffe ätherisches Öl in Ölidioblasten
wichtige Arzneipflanzen Ceylon-Zimtbaum, Cassia-Zimt, Campherbaum, Lorbeer

Man erkennt die Familie an ledrigen, glänzenden Blättern, die zerrieben würzig riechen. Dazu kommen büschelige, kleine gelbliche Blüten und einsamige, dunkle Früchte. Der Lorbeer zeigt diese Merkmale typisch.

Farbige botanische Tafel eines Lorbeerzweigs mit dunkelgrünen lanzettlichen Blättern, kleinen gelblichen Blütenbüscheln und nummerierten Einzelheiten von Blüten und Frucht

Lorbeer (Laurus nobilis): blühender Zweig mit lanzettlichen, ledrigen Blättern, darunter Blüten, Staubblätter und Frucht im Detail.
Köhler’s Medizinal-Pflanzen · hrsg. von Franz Eugen Köhler · gemeinfrei

Inhaltsstoffe

Das Aroma der Lauraceae steckt im ätherischen Öl. Es liegt nicht in Hohlräumen, sondern in einzelnen Zellen, die verstreut im Gewebe sitzen. Diese allgemeinen Exkretgewebe sind unter Exkretbehälter erklärt.

📖 Definition: Ölidioblast

Ein Ölidioblast ist eine einzelne, von ihren Nachbarn abweichende Zelle, die ätherisches Öl in ihrem Inneren speichert. Die Zelle bleibt als Behälter erhalten, ihre Wand ist meist verkorkt.

Solche Ölzellen besitzen Cinnamomum samt Campherbaum und Zimt ebenso wie Laurus. Man kann sie sich wie einzelne versiegelte Tropfenkapseln im Gewebe vorstellen. Anders ist es bei lysigenen Behältern, denn dort lösen sich ganze Zellgruppen auf und hinterlassen einen ölgefüllten Raum.

Chemisch liefern die Öle zwei Stoffklassen. Die Phenylpropanoide Zimtaldehyd und Eugenol prägen den Zimt. Die Monoterpene (+)-Campher und 1,8-Cineol stammen aus Campherbaum und Lorbeer.

Vier Strukturformeln: Zimtaldehyd, Eugenol, Campher und 1,8-Cineol

Leitstoffe der Lauraceae-Öle: Phenylpropanoide aus Zimt, Monoterpene aus Campherbaum und Lorbeer

Arzneipflanzen und Drogen

Fast alle Lauraceae-Drogen stammen aus der Gattung Cinnamomum, ergänzt durch den Lorbeer.

Pflanze Droge Leitstoffe Wirkung oder Verwendung
Ceylon-Zimtbaum, Cinnamomum zeylanicum Cinnamomi cortex, Zimtblätteröl Zimtaldehyd (Rinde), Eugenol (Blatt) Aromatikum, bei Verdauungsbeschwerden
Cassia-Zimt, Cinnamomum cassia Cinnamomi cassiae aetheroleum (Cassiaöl) Zimtaldehyd Aromatikum, Gewürz
Campherbaum, Cinnamomum camphora D-Campher (+)-Campher äußerlich hyperämisierend in Einreibungen
Lorbeer, Laurus nobilis Lauri folium 1,8-Cineol Gewürz

Ceylon-Zimtbaum

Cinnamomi cortex stammt von Cinnamomum zeylanicum. Die Droge ist geschälte Rinde: Kork und äußere Rinde werden entfernt. Die dünnen, hellbraunen Rindenstücke rollen sich beim Trocknen ein und werden zu vielen Lagen ineinandergesteckt. An diesen mehrschichtigen Röllchen erkennt man Zimtrinde auch auf einer Abbildung. Sie ist eine Ätherischöldroge und enthält keine Alkaloide.

Cassia-Zimt und Campherbaum

Auch Cassiaöl und D-Campher sind Lauraceae-Produkte. Cinnamomum cassia hat mit Sennesblättern nichts zu tun, denn die Senna gehört zu den Fabaceae.

⚠️ Achtung: Eugenol bei zwei Familien

Zimtblätteröl ist reich an Eugenol wie das Nelkenöl, stammt aber von Cinnamomum und damit von den Lauraceae. Eugenolhaltige Öle der Myrtaceae liefert die Gewürznelke.

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Aussage 1

Cinnamomi cortex besteht aus der geschälten Rinde von Cinnamomum zeylanicum.

Kork und äußere Rinde werden entfernt, die dünnen Stücke rollen sich zu mehrlagigen Röllchen ein.

Aussage 2

Beim Campherbaum liegt das ätherische Öl in einzelnen Ölzellen, die als intakte Zellen erhalten bleiben.

Cinnamomum camphora speichert das Öl wie alle Lauraceae in Ölidioblasten, nicht in lysigenen Hohlräumen.

Aussage 3

Die Stammpflanze des Cassiaöls liefert auch die Sennesblätter.

Cassiaöl stammt von Cinnamomum cassia (Lauraceae). Sennesblätter kommen von der Senna aus den Fabaceae.

Aussage 4

Zimtblätteröl wird wegen seines Eugenolgehalts aus einer Myrtaceae gewonnen.

Zimtblätteröl stammt vom Ceylon-Zimtbaum, einer Lauraceae. Eugenol kommt zusätzlich im Nelkenöl der Myrtaceae vor.

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