Muskulatur

Bau glatter Muskelzellen im Vergleich zur Skelettmuskelfaser

Wie der kontraktile Apparat glatter Muskelzellen mit dense bodies und dense bands aufgebaut ist und worin er sich von der Skelettmuskelfaser unterscheidet.

Prüfungsrelevanz: gut zu wissen ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Glatte Muskelzellen sind spindelförmige, einkernige Zellen ohne Querstreifung in Hohlorganen und Gefäßen.
  • Ihr kontraktiler Apparat enthält wie der Skelettmuskel Aktin- und Myosinfilamente, aber schräg und netzartig angeordnet.
  • Die Aktinfilamente sind in dense bodies im Cytoplasma oder in dense bands an der Plasmamembran verankert.
  • Dense bodies und dense bands sind über Intermediärfilamente (vor allem Desmin) miteinander verbunden.
  • Skelettmuskelfasern sind vielkernig, besitzen Z-Scheiben, sind nicht über gap junctions gekoppelt und werden somatisch statt vegetativ innerviert.

Worum es geht

Glatte Muskulatur bewegt Hohlorgane und stellt die Weite der Blutgefäße ein. Ihr Bau erklärt, warum sie anders aussieht und anders gesteuert wird als die Skelettmuskulatur. In der Pharmazie ist sie Angriffsort vieler Arzneistoffe, etwa von Spasmolytika wie Butylscopolamin oder von gefäßerweiternden Nitraten.

Vorkommen und Grundbau

Glatte Muskulatur liegt in der Wand von Hohlorganen wie Magen, Darm, Harnblase, Uterus und Bronchien. Auch die Blutgefäße enthalten sie. Sie besteht aus spindelförmigen Einzelzellen mit je einem zentral gelegenen Kern.

Unter dem Lichtmikroskop fehlt ihr die Querstreifung, daher der Name. Der Grund liegt im kontraktilen Apparat. Seine Filamente sind nicht in regelmäßigen Sarkomeren hintereinander angeordnet.

Kontraktiler Apparat

Auch glatte Muskelzellen kontrahieren mit Aktin- und Myosinfilamenten. Beide Filamenttypen sind vorhanden, nur anders geordnet als im Skelettmuskel. Die Bündel verlaufen schräg durch die Zelle und bilden ein Netz statt paralleler Reihen.

Statt an Z-Scheiben hängen die Aktinfilamente an punktförmigen Verdichtungszonen.

📖 Definition: Dense bodies und dense bands

Dense bodies sind Verdichtungszonen im Cytoplasma, dense bands liegen an der Innenseite der Plasmamembran. Beide enthalten α-Actinin, verankern die Aktinfilamente und übernehmen so die Rolle der Z-Scheiben.

Die Ankerpunkte sind untereinander über Intermediärfilamente verbunden, vor allem aus Desmin. Dieses Gerüst verteilt die Zugkraft auf die ganze Zelle. Man kann es sich wie ein Netz vorstellen, dessen Knoten beim Zuziehen zusammenrücken. Die Zelle wird dabei kürzer und dicker.

Schema einer spindelförmigen Zelle mit schräg verlaufenden Filamentbündeln zwischen dunklen Punkten im Inneren und an der Membran, daneben dieselbe Zelle verkürzt und verdickt.

Kontraktiler Apparat der glatten Muskelzelle: Aktinfilamente verankert in dense bodies und dense bands, verbunden über Intermediärfilamente.

Vergleich mit Skelettmuskelfasern

Die Skelettmuskelfaser unterscheidet sich in vier Merkmalen von der glatten Muskelzelle.

Merkmal Skelettmuskelfaser Glatte Muskelzelle
Zellkerne viele, randständig einer, zentral
Anker der Aktinfilamente Z-Scheiben dense bodies und dense bands
Elektrische Kopplung ohne gap junctions über gap junctions
Innervation somatisch über motorische Endplatte vegetativ

Die Kopplung erklärt das unterschiedliche Verhalten. In den meisten glatten Muskeln sind die Zellen über gap junctions verbunden, die Ionen durchlassen. Eine Erregung springt so von Zelle zu Zelle über, und der Verband kontrahiert als Einheit.

In der Skelettmuskulatur bleibt jede Faser elektrisch für sich. Die Erregung breitet sich also nicht von Faser zu Faser aus. Jede Faser wird von einem Motoneuron über die motorische Endplatte erregt, nicht vegetativ. Dense bodies kommen in ihr nicht vor.

Links lange Faser mit Querstreifung und randständigen Kernen, rechts mehrere Spindelzellen mit je einem zentralen Kern, verbunden durch gap junctions.

Skelettmuskelfaser und glatte Muskelzellen im Vergleich.

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Aussage 1

In glatten Muskelzellen sind die dense bodies untereinander und mit den dense bands über Intermediärfilamente verbunden.

Intermediärfilamente, vor allem aus Desmin, verknüpfen die Ankerpunkte zu einem Gerüst, das die Zugkraft auf die ganze Zelle verteilt.

Aussage 2

Wie die Skelettmuskelfaser besitzt auch die glatte Muskelzelle sowohl Aktin- als auch Myosinfilamente.

Beide Filamenttypen sind vorhanden. Sie sind in der glatten Muskelzelle nur nicht in Sarkomeren, sondern schräg und netzartig angeordnet.

Aussage 3

Skelettmuskelfasern sind über gap junctions elektrisch gekoppelt, sodass sich die Erregung von Faser zu Faser ausbreitet.

Falsch. Skelettmuskelfasern sind elektrisch nicht gekoppelt. Jede Faser wird einzeln über die motorische Endplatte erregt. Die Kopplung über gap junctions kennzeichnet glatte Muskelzellen.

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