Immunsystem

Lymphatische Organe und Gewebe, Milz

Welche Organe und Gewebe zum lymphatischen System gehören, wo die Milz liegt, wie man sie in Abbildungen erkennt und welche Aufgaben sie hat.

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  • Lymphatische Organe sind abgekapselte Organe mit Lymphozyten; primär (Knochenmark, Thymus) bilden sie Lymphozyten, sekundär (Lymphknoten, Milz) starten sie die Abwehr.
  • Lymphknoten sind lymphatische Organe, Tonsillen zählen zum lymphatischen Gewebe, die Leber ist kein lymphatisches Organ.
  • Die Milz liegt im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell neben dem Magen und erscheint in Vorderansichten am rechten Bildrand.
  • An der hinteren Bauchwand ist die Milz kompakt und glatt, das Pankreas gelappt und quer liegend mit dem Schwanz am Milzhilus.
  • In der roten Pulpa werden überalterte Erythrozyten abgebaut; die Milz hat keine endokrinen Zellen der Blutzuckerregulation und kein exokrines Sekret.

Worum es geht

Lymphozyten entstehen nicht dort, wo sie auf Krankheitserreger treffen. Das Immunsystem verteilt sich auf spezialisierte Organe und Gewebe, und die Milz ist das größte davon. Wer ihre Lage und Funktion kennt, versteht auch, warum Menschen ohne Milz anfälliger für Infektionen sind.

Lymphatisches System

Ein lymphatisches Organ ist ein abgegrenztes Organ mit eigener Bindegewebskapsel, dessen Grundgerüst Lymphozyten beherbergt. Man teilt diese Organe nach ihrer Aufgabe in zwei Gruppen.

  • Primäre lymphatische Organe: Knochenmark und Thymus. Hier entstehen Lymphozyten und reifen zu funktionsfähigen Zellen heran.
  • Sekundäre lymphatische Organe und Gewebe: Lymphknoten, Milz, Tonsillen und Peyer-Plaques. Hier treffen reife Lymphozyten auf Antigene und starten die Abwehrreaktion.

Man kann sich die sekundären Organe wie Kontrollposten vorstellen, an denen Lymphe oder Blut auf Eindringlinge überprüft wird. Welche Zellen dort arbeiten, erklärt die Seite zu Lymphozyten und antigenpräsentierenden Zellen.

Körperumriss mit farbig markiertem Thymus und Knochenmark sowie Lymphknoten, Milz, Tonsillen und Peyer-Plaques in anderer Farbe

Primäre und sekundäre lymphatische Organe und Gewebe im Überblick.

Zuordnung

Lymphknoten sind lymphatische Organe. Sie haben eine Kapsel und sind in die Bahnen des Lymphgefäßsystems eingeschaltet.

📖 Definition: Lymphatisches Gewebe

Ansammlungen von Lymphozyten ohne vollständige eigene Kapsel, meist unter einer Schleimhaut. Beispiele sind die Tonsillen im Rachen und die Peyer-Plaques im Dünndarm.

Die Tonsillen zählen deshalb zum lymphatischen Gewebe. Sie überwachen, was über Mund und Nase eintritt. Die Leber gehört nicht zu den lymphatischen Organen, obwohl sie Makrophagen enthält. Sie ist ein Stoffwechsel- und Drüsenorgan.

Lage der Milz

Die Milz liegt im linken Oberbauch direkt unterhalb des Zwerchfells. Sie schmiegt sich hinten seitlich an den Magen. Weitere Nachbarn sind die linke Niere und das Schwanzende des Pankreas.

In einer Vorderansicht des Oberbauchs dominiert die große Leber mit der Gallenblase an ihrer Unterseite. Magen und Duodenum liegen in der Mitte. Die Milz sitzt als kleineres, rundliches Organ ganz außen hinter dem Magen.

⚠️ Achtung: Seiten im Bild

Abbildungen zeigen den Körper von vorne. Die linke Körperseite mit der Milz erscheint daher am rechten Bildrand, die Leber am linken.

Schematische Vorderansicht des Oberbauchs mit großer Leber links im Bild, Gallenblase darunter, Magen und Duodenum in der Mitte und der Milz am rechten Bildrand

Oberbauchorgane von vorne: Die Milz liegt links im Körper hinter dem Magen und erscheint daher am rechten Bildrand.

Nach Entfernung von Magen und Darm blickt man auf die Rückwand der Peritonealhöhle. Dort muss man Milz und Pankreas auseinanderhalten.

A Milz

Kompakt, glatt, bohnen- bis eiförmig, ganz links außen. Am Hilus endet der Pankreasschwanz.

B Pankreas

Langgestreckt, gelappt und gekörnt, quer liegend. Der Kopf steckt im C-förmigen Bogen des Duodenums.

Schema der hinteren Bauchwand mit C-förmigem Duodenum, quer liegendem gelappten Pankreas und der rundlichen Milz an dessen Schwanzende

Hintere Bauchwand: Das gekörnte Pankreas zieht vom Duodenum bis zum Hilus der kompakten, glatten Milz.

Funktionen der Milz

Die Milz ist in den Blutkreislauf eingeschaltet. In der weißen Pulpa umlagern Lymphozyten die Zentralarterien und reagieren auf Antigene im Blut. Die rote Pulpa wirkt als Sieb.

Alte Erythrozyten werden nach etwa 120 Tagen starr. Sie passen nicht mehr durch die schmalen Schlitze der Sinuswand und bleiben hängen. Makrophagen phagozytieren sie. Das Eisen aus dem Hämoglobin wird wiederverwertet, wie beim Erythrozytenabbau beschrieben.

Schema von weißer und roter Pulpa der Milz mit Makrophage, die einen hängengebliebenen Erythrozyten aufnimmt

Rote Pulpa als Sieb: Starre, alte Erythrozyten passieren die Sinuswand nicht und werden phagozytiert.

Anders als ihre Nachbarorgane ist die Milz keine Drüse. Sie enthält keine Zellen, die den Blutzucker regulieren, denn diese Aufgabe übernehmen die Inselzellen des Pankreas. Sie gibt auch kein Verdauungssekret in den Darm ab. Das tun das exokrine Pankreas und die Leber mit der Galle.

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Aussage 1

Starre, überalterte Erythrozyten bleiben in der roten Pulpa der Milz hängen und werden von Makrophagen phagozytiert.

Die rote Pulpa wirkt als Sieb; alte Erythrozyten passieren die Sinuswand nicht mehr und werden abgebaut.

Aussage 2

In einer Vorderansicht des Oberbauchs liegt die Milz am linken Bildrand neben der Gallenblase.

Die Milz liegt in der linken Körperhälfte und erscheint in der Vorderansicht am rechten Bildrand; links im Bild liegen Leber und Gallenblase.

Aussage 3

Die Milz gibt über einen Ausführungsgang Verdauungssekret in das Duodenum ab.

Die Milz ist keine Drüse und gibt kein Verdauungssekret ab; das tun exokrines Pankreas und Leber.

Aussage 4

Die Tonsillen werden dem lymphatischen Gewebe zugeordnet.

Tonsillen sind Lymphozytenansammlungen unter der Rachenschleimhaut ohne vollständige Kapsel, also lymphatisches Gewebe.

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