Fortpflanzung

Lutealphase, Menstruation und Menopause

Wie nach dem Eisprung der Gelbkörper entsteht, wann er Progesteron bildet, warum der Progesteronabfall die Menstruation auslöst und was die Menopause ist.

Prüfungsrelevanz: sehr wichtig ✓ gelesen
Das Wichtigste in Kürze5 Punkte
  • Das Corpus luteum entsteht nach der Ovulation aus dem Follikelrest im Ovar und bildet in der Lutealphase vor allem Progesteron.
  • Der Graaf-Follikel reift in der ersten, der Gelbkörper besteht in der zweiten Zyklushälfte; der Gelbkörper bildet kein hCG.
  • Progesteron erreicht sein Maximum in der Mitte der Lutealphase (um Tag 21), um den Eisprung gipfelt dagegen LH.
  • Die Menstruation wird durch den Abfall der Progesteronkonzentration ausgelöst: Prostaglandine verengen die Spiralarterien, die Functionalis wird abgestoßen.
  • Die Menopause ist das endgültige Ausbleiben der Menstruation; Pausen in Schwangerschaft, Stillzeit oder unter Belastung zählen nicht dazu.

Worum es geht

Nach dem Eisprung übernimmt der Gelbkörper im Ovar die Hormonbildung. Mit Progesteron bereitet er die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Bleibt sie aus, löst der Progesteronabfall die Menstruation aus. Diese Zusammenhänge braucht man, um Zyklusdiagramme zu lesen und die Wirkung von Gestagenen in Verhütungsmitteln zu verstehen.

Corpus luteum und Progesteron

Mit der Ovulation verlässt die Eizelle den sprungreifen Graaf-Follikel. Dieser reift in der ersten Zyklushälfte im Ovar heran. Zurück bleibt eine leere Follikelhülle aus Granulosa- und Thekazellen. Unter dem Einfluss von LH wandeln sich diese Zellen um. Sie lagern Lipide und gelbliche Farbstoffe ein und werden zu großen, hormonaktiven Luteinzellen. So entsteht aus dem Follikelrest das Corpus luteum, der Gelbkörper.

Den Gelbkörper gibt es also nur in der zweiten Zyklushälfte. Diese Zeit vom Eisprung bis zur nächsten Blutung heißt Lutealphase oder Gelbkörperphase. Im 28-Tage-Zyklus umfasst sie etwa die Tage 15 bis 28. Ohne Befruchtung bildet sich der Gelbkörper nach rund 10 bis 14 Tagen zurück. Übrig bleibt eine weißliche Bindegewebsnarbe, das Corpus albicans.

Schematischer Ovarquerschnitt mit reifendem Follikel, Eisprung, gelblichem Corpus luteum und weißlicher Narbe.

Vom Graaf-Follikel über den Gelbkörper zum Corpus albicans.

Progesteron: das Hormon der zweiten Zyklushälfte

Das Hauptprodukt des Gelbkörpers ist Progesteron, das wichtigste natürliche Gestagen. Daneben bildet er auch Estradiol. Das Ovar ist insgesamt ein vielseitiges Hormonorgan. Es bildet Estrogene, Progesteron und auch Androgene. Die Androgene entstehen in den Thekazellen und dienen den Granulosazellen als Vorstufe für Estradiol.

Progesteron bereitet den Körper auf eine Schwangerschaft vor. Es wandelt die von Estradiol aufgebaute Uterusschleimhaut in die sekretorische Form um. In ihr kann sich ein Keim einnisten. Außerdem macht Progesteron den Zervixschleim zäh und hebt die Basaltemperatur um etwa 0,5 °C an. Über negative Rückkopplung bremst es die GnRH- und LH-Freisetzung. So reift in dieser Phase kein neuer Follikel heran.

Ein bestimmtes Hormon bildet der Gelbkörper dagegen nicht: humanes Choriongonadotropin (hCG). hCG stammt aus dem Trophoblasten des Keims und später aus der Plazenta. Es hält den Gelbkörper in der Schwangerschaft am Leben, wird aber nicht von ihm produziert.

Verlauf im Zyklusdiagramm

In der Follikelphase bleibt Progesteron niedrig. Erst nach der Ovulation steigt es mit dem Aufbau des Gelbkörpers an. Sein Maximum erreicht es in der Mitte der Lutealphase, im 28-Tage-Zyklus um Tag 21. Dann ist der Gelbkörper voll entwickelt. Mit seiner Rückbildung fällt die Konzentration gegen Zyklusende wieder ab.

🎯 Examensrelevant: Progesteronmaximum und Bildungsort

Der Gelbkörper und sein Progesteron sind ein Examensklassiker. Progesteron stammt aus dem Corpus luteum im Ovar und gipfelt in der Mitte der Lutealphase um Tag 21. Achte darauf, dass um den Eisprung LH seinen Gipfel hat und Progesteron erst danach ansteigt.

Ein Zyklusdiagramm liest man am besten von der Zeitachse her. Die schmale LH-Zacke um Tag 14 markiert die Ovulation. Sie trennt die Follikelphase von der Lutealphase.

Liniendiagramm über 28 Zyklustage mit schmaler LH-Zacke an Tag 14, Estradiolgipfel kurz davor und zweitem Hügel, Progesteronhügel mit Maximum um Tag 21 sowie Temperaturanstieg nach der Ovulation.

Hormonverläufe im 28-Tage-Zyklus: LH-Peak zur Zyklusmitte, Progesteronmaximum um Tag 21.

Jede Kurve lässt sich dann nach Form und Lage einem Hormon und seinem Bildungsort zuordnen:

Kurvenform im Diagramm Hormon Bildungsort
schmale, hohe Zacke um Tag 14 LH Hypophysenvorderlappen
kleiner Gipfel um Tag 14, leicht erhöht zu Zyklusbeginn FSH Hypophysenvorderlappen
Gipfel kurz vor Tag 14, zweiter flacher Hügel in der Lutealphase Estradiol Granulosazellen des Follikels, später Corpus luteum
flach bis Tag 14, breiter Hügel mit Maximum um Tag 21 Progesteron Corpus luteum im Ovar

Zusätzlich hilft die Basaltemperatur. Ihr Anstieg nach dem Eisprung läuft parallel zur Progesteronkurve.

Menstruation

Bleibt eine Befruchtung aus, fehlt das hCG des Keims. LH allein kann den Gelbkörper nicht länger erhalten. Er geht zugrunde, man spricht von Luteolyse. Dadurch sinken Progesteron und Estradiol im Plasma rasch ab. Die sekretorisch umgebaute Schleimhaut verliert ihre hormonelle Stütze.

Der Abfall der Progesteronkonzentration ist der Auslöser der Menstruation. Der Progesteronentzug steigert in der Schleimhaut die Bildung von Prostaglandinen wie \(\mathrm{PGF_{2\alpha}}\). Diese verengen die Spiralarterien. Die oberflächliche Schicht der Schleimhaut, die Functionalis, wird minderdurchblutet und stirbt ab. Sie löst sich zusammen mit Blut ab. Die tiefe Basalis bleibt erhalten. Aus ihr baut sich die Schleimhaut im nächsten Zyklus neu auf.

Pfeilschema: Progesteron sinkt, Prostaglandine steigen, Spiralarterien verengen sich, Functionalis wird abgestoßen, Basalis bleibt.

Progesteronentzug löst über Gefäßkontraktion und Ischämie die Menstruation aus.

Man kann sich Progesteron wie ein Gerüst vorstellen, das die Schleimhaut trägt. Fällt es weg, bricht sie zusammen. Ein Hormonanstieg löst die Blutung dagegen nicht aus, denn die Anstiege anderer Hormone haben im Zyklus andere Aufgaben. Steigendes Estradiol lässt in der Follikelphase die Schleimhaut wachsen, statt sie abzustoßen. Der steile LH-Anstieg zur Zyklusmitte löst die Ovulation aus. Ein hoher Prolaktinspiegel, etwa in der Stillzeit, hemmt eher den gesamten Zyklus.

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Menopause

Mit zunehmendem Alter erschöpft sich der Vorrat an Follikeln im Ovar. Es reifen keine Follikel mehr, und ohne Ovulation entsteht kein Gelbkörper. Estradiol und Progesteron sinken dauerhaft. Weil die negative Rückkopplung wegfällt, steigen FSH und LH deutlich an.

📖 Definition: Menopause

Die Menopause ist das endgültige Ausbleiben der Menstruation, also die letzte spontane Blutung. Sie lässt sich erst rückblickend feststellen, wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr folgt.

Im Mittel tritt sie um das 50. Lebensjahr ein. Entscheidend ist das Wort endgültig. Die normale Pause zwischen zwei Blutungen gehört einfach zum Zyklus. Auch ein vorübergehendes Ausbleiben der Blutung ist keine Menopause. In der Schwangerschaft hält hCG den Gelbkörper aktiv, sodass Progesteron hoch bleibt. In der Stillzeit unterdrückt Prolaktin den Zyklus. Hunger, starker Stress oder Leistungssport können die Blutung ebenfalls aussetzen lassen. Diese Zustände sind umkehrbar, die Menopause dagegen nicht.

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Aussage 1

Der Gelbkörper bildet nach dem Eisprung humanes Choriongonadotropin (hCG), um sich selbst zu erhalten.

hCG stammt aus dem Trophoblasten des Keims und später aus der Plazenta. Der Gelbkörper bildet vor allem Progesteron.

Aussage 2

Das Ausbleiben der Menstruation während der Stillzeit wird als Menopause bezeichnet.

In der Stillzeit hemmt Prolaktin den Zyklus nur vorübergehend. Menopause bezeichnet das endgültige Ausbleiben der Menstruation.

Aussage 3

Ein Anstieg der Estradiolkonzentration löst die Abstoßung der Uterusschleimhaut aus.

Steigendes Estradiol lässt die Schleimhaut in der Follikelphase wachsen. Auslöser der Menstruation ist der Progesteronabfall.

Aussage 4

Das Corpus luteum geht nach der Ovulation aus den im Ovar verbliebenen Zellen des Follikels hervor.

Granulosa- und Thekazellen der leeren Follikelhülle wandeln sich unter LH zu Luteinzellen um.

Aussage 5

Das Absinken der Progesteron-Plasmakonzentration am Ende der Lutealphase löst die Menstruation aus.

Der Progesteronentzug führt über Prostaglandine zur Verengung der Spiralarterien und zur Abstoßung der Functionalis.

Aussage 6

Die Progesteronkonzentration im Plasma erreicht ihr Maximum unmittelbar zum Zeitpunkt der Ovulation.

Zur Ovulation gipfelt LH. Progesteron ist in der Mitte der Lutealphase am höchsten, im 28-Tage-Zyklus um Tag 21.

Aussage 7

Im Zyklusdiagramm gehört eine Kurve, die bis Tag 14 flach bleibt und um Tag 21 ihr Maximum hat, zum Progesteron aus dem Corpus luteum.

Progesteron steigt erst nach der Ovulation mit dem Gelbkörper an und gipfelt in der Mitte der Lutealphase.

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