Üben im Prüfungsformat
Warum Kreuzen echter Examensfragen so viel bringt, wozu unser Aussagen-Quiz dient und wie du ein Probeexamen unter Echtbedingungen schreibst.
Wissen allein reicht nicht, du musst es auch in 90 Sekunden pro Frage abrufen und gegen fünf Antwortmöglichkeiten abwägen. Das ist eine eigene Fertigkeit, und die trainierst du am besten genau so, wie sie gebraucht wird.
Echte Examensfragen kreuzen
Das Kreuzen von Fragen früherer Examenstermine gehört zu den sinnvollsten Dingen, die du in der Lernphase tun kannst. Du lernst dabei:
- die Sprache der Fragen: wie Aussagen formuliert sind, wo Verneinungen versteckt sind und wie Antwortkombinationen aufgebaut sind,
- das Tempo: wie sich anderthalb Minuten pro Frage anfühlen,
- deine Lücken: welche Themen du sicher kannst und wo du noch rätst,
- das Anwenden: Ein Lehrbuchkapitel zu kennen ist etwas anderes, als das Wissen in einer konkreten Frage zu nutzen und mit anderem zu verknüpfen,
- eine feste Routine: Wer die Technik für jede Frage hundertfach geübt hat, wendet sie am Prüfungstag automatisch an, auch unter Stress.
Und ganz nebenbei macht es Spaß: Du bekommst sofort eine Rückmeldung und merkst, wie viel schon hängen geblieben ist.
Solche Fragen findest du in Fragensammlungen und Kreuz-Apps. Plane das Kreuzen von Anfang an mit ein, nicht erst in der letzten Woche, und zwar jeden Tag, zum Beispiel als festen Block am Nachmittag. Eine weitere Stunde Lehrbuch bringt oft weniger als eine Stunde Fragen.
Wer dieselben Fragen so oft kreuzt, bis er die richtigen Buchstaben kennt, trainiert das Wiedererkennen und nicht das Verstehen. Frag dich bei jeder Frage, warum jede einzelne Antwort richtig oder falsch ist. Dann hilft dir die Übung auch bei neuen Fragen.
Wozu unser Quiz nach jeder Lerneinheit dient
Am Ende jeder Lerneinheit dieses Kurses findest du ein Quiz mit eigenen Aussagen, die du als richtig oder falsch einordnest. Das wirkt auf den ersten Blick einfacher als eine Frage mit fünf Antworten. Es trainiert aber genau den Handgriff, der dir am Prüfungstag die meisten Punkte bringt.
Eine Frage mit fünf Antwortmöglichkeiten besteht im Kern aus fünf Aussagen. Wer jede davon sicher als richtig oder falsch erkennt, kommt mit dem Ausschlussprinzip zur Lösung, auch wenn die Frage ungewohnt formuliert ist. Unser Quiz übt also nicht das Format, sondern das Werkzeug dahinter. Wie du es in der Prüfung einsetzt, steht unter So gehst du an Multiple-Choice-Fragen heran.
- zur jeweiligen Lerneinheit, am besten mit etwas Abstand zum Lesen
- prüft einzelne Aussagen zum Thema
- mit Erklärung zu jeder Aussage
- gemischt über das ganze Fach
- trainiert Format, Tempo und Sprache
- zeigt, wo du in der Prüfung stehst
Ein Probeexamen unter echten Bedingungen
Schreib vor dem Examen mindestens einmal ein ganzes Fach am Stück: 100 Fragen in zweieinhalb Stunden oder 80 Fragen in zwei Stunden, ohne Handy, ohne Nachschlagen, am besten zur selben Uhrzeit wie die echte Prüfung. Du merkst dabei, ob dein Tempo passt und wann deine Konzentration nachlässt. Nutze schon beim Üben dieselbe Technik wie in der Prüfung, also Bewertung mit Haken und Kreuzen, Ausschlussprinzip und Zwischenziele für die Zeit. Dann musst du am Prüfungstag nichts Neues ausprobieren.
Ein Fehlerheft führen
Notiere jede Frage, bei der du falsch lagst oder geraten hast, mit einem Satz dazu, warum. War es Wissen, das gefehlt hat? Hast du falsch gelesen? Hast du eine richtige Antwort nachträglich geändert? Nach ein paar Wochen siehst du ein Muster, und genau das arbeitest du gezielt ab.
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