Die Lernphase

Mit Lernplan durch die Lernphase

Rückwärts vom Examen planen, Puffer einbauen und Tagesziele so konkret machen, dass man abends weiß, was geschafft ist.

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Ein Lernplan beantwortet jeden Morgen die Frage „Was mache ich heute?“, bevor sie Kraft kostet. Und er zeigt früh, ob du im Zeitplan liegst, statt dich in der letzten Woche zu überraschen. Auch wer sonst nie mit Plan lernt: Für ein Staatsexamen lohnt sich zumindest eine grobe Struktur.

Erst die Ausgangslage klären

Den einen richtigen Lernplan für alle gibt es nicht. Wer unbedingt eine Eins vor dem Komma will und Lücken in Chemie hat, plant anders als jemand, der sicher bestehen möchte und Biologie nicht ausstehen kann. Nimm dir deshalb am Anfang eine Stunde Zeit für ein paar ehrliche Fragen:

  • In welchen Fächern fühle ich mich fit, wo ist der größte Nachholbedarf?
  • Was ist mein Ziel: Bestnote oder sicheres Bestehen?
  • Wie lerne ich am besten: allein oder in der Gruppe, morgens oder abends, mit Karteikarten oder Skizzen?
  • Wie viele Stunden am Tag kann ich realistisch konzentriert arbeiten?

Rückwärts planen

Fang beim Examen an und rechne zurück. Die Reihenfolge der Prüfungstage steht fest: Chemie, Biologie, Physik, Analytik (Examen auf einen Blick).

  1. Endpunkt setzen: Die letzten Tage vor dem Examen sind nur fürs Wiederholen und ein Probeexamen reserviert (Die letzten Tage).
  2. Fächer verteilen: Chemie und Biologie haben je 100 Fragen, Physik und Analytik je 80. Gib den großen Fächern und deinen Schwachstellen mehr Zeit.
  3. Wiederholungen festlegen: Jedes Thema kommt mehrmals dran, nicht nur einmal. Trage die Wiederholungstermine gleich mit ein.
  4. Pausen und Puffer einbauen: freie Zeit und Pufferzeit, und zwar getrennt (siehe unten).
  5. Wochen in Tage zerlegen: Erst ganz am Ende planst du die einzelnen Tage.

Puffer sind keine Pausen

Ein Puffer ist Arbeitszeit, die noch keinen Inhalt hat. Eine Pause ist freie Zeit. Wer beides vermischt, holt Liegengebliebenes am freien Sonntag nach und hat irgendwann gar keine echte Erholung mehr.

A Pause
  • fest eingeplante freie Zeit
  • wird nie mit Lernstoff gefüllt
  • Beispiel: Samstagnachmittag und Sonntag frei
B Puffer
  • fest eingeplante Arbeitszeit ohne Inhalt
  • fängt auf, was liegen geblieben ist
  • Beispiel: Samstagvormittag

So sieht das in der Praxis aus: Du lernst von Montag bis Samstagmittag, verteilst den Stoff der Woche aber nur auf Montag bis Freitag. Läuft alles gut, nutzt du den Samstagvormittag für Wiederholung oder Übungsfragen. Lief ein Tag schlecht, holst du ihn dort nach, ohne schlechtes Gewissen und ohne dein Wochenende anzutasten.

Fächer abwechseln oder nacheinander?

Beides funktioniert. Viele lernen ein Fach am Stück und wiederholen die anderen nebenbei. Wichtig ist nur, dass kein Fach wochenlang liegen bleibt. Was du im ersten Monat gelernt und danach nie wieder angesehen hast, ist am Prüfungstag zu großen Teilen weg. Kurze Wiederholungsblöcke der anderen Fächer, zum Beispiel ein Quiz am Morgen, halten alles warm.

Tagesziele, die man abhaken kann

„Heute Chemie“ ist kein Ziel. Du weißt abends nicht, ob du es geschafft hast. Besser:

A Unklar
  • Heute Chemie lernen
  • Puffer anschauen
  • Viel schaffen
B Konkret
  • Henderson-Hasselbalch und Pufferkapazität durcharbeiten
  • Quiz der beiden Lerneinheiten ohne Fehler
  • 30 Fragen im Prüfungsformat zu Säuren und Basen

Plane die Tagesziele realistisch. Wer sich jeden Tag zu viel vornimmt und abends nie fertig wird, verliert schnell die Lust. Lieber ein Ziel, das du schaffst, und dann früher Feierabend.

Prioritäten setzen

Nicht jedes Thema ist gleich wichtig. Auf jeder Lerneinheit dieses Kurses zeigt dir die Pille Prüfungsrelevanz, wie wir das Thema einschätzen. Diese Einschätzung haben wir selbst redaktionell ermittelt. Verbinde sie mit deinem eigenen Lernstand: Beginne mit den zentralen Themen, die du noch nicht sicher kannst, und arbeite dich zu den Randthemen vor. Den Überblick, was überhaupt Prüfungsstoff ist, gibt dir der Gegenstandskatalog.

Den Plan laufend anpassen

Fast jeder Lernplan ist am Anfang zu ehrgeizig. Nach ein, zwei Wochen weißt du, wie schnell du wirklich vorankommst. Dann passt du den Plan an, statt dich über ihn zu ärgern. Wenn du diese Anpassungen von Anfang an einplanst, tun sie viel weniger weh.

💡 Merke

Ein Plan, der einmal nicht klappt, ist kein gescheiterter Plan. Schieb das Verpasste in den nächsten Puffer und mach weiter.

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